Hanf zur Gewinnung von Cannabidiol – Anbaugebiete und Wachstumsbedingungen

Hanf zur Gewinnung von Cannabidiol - Anbaugebiete und Wachstumsbedingungen

Hanf ist eine Kulturpflanze, die durch lange Züchtungen, Optimierungen und Sortenvielfalt besticht. Daher ist die Nutz- und Heilpflanze in vielen Breitengraden und Klimazonen kultivierbar.
Zur Gewinnung von Cannabidiol-Produkten wird dabei vor allem auf biologischen Anbau geachtet, um gesundheitlich unbedenkliche Reinheit der diversen Konsumformen zu gewährleisten.

Ein geschichtlicher Exkurs zum Thema Hanf

Hanf gehört wohl zu einer der ältesten Nutz- und Heilpflanzen der Geschichte. Dabei wurde die Pflanze sogar längst vor der Kriminalisierung zum Konsum genutzt. Selbst Gutenberg fand in ihr ein hervorragendes Mittel gegen seinen Bluthochdruck.

Bereits von 10.000 Jahren wurde Hanf zu großen Mengen angebaut. Genutzt wurde er zur Herstellung von Papier, Kleidung, Seilen, Segeltüchern und Öl. Und dies über lange Zeit. Selbst Rembrandt verewigte seine ersten Zeilen und Bilder auf Hanfpapier.

Dabei war Hanf ein lange Zeit umstrittenes und umkämpftes Gut. So dauerte es einige Zeit, bis er seinen Weg nach Europa fand. Erst Napoleon setzte dem Hanf ein Ende, indem er ein Kontinentalsperre veranlasste und Baumwolle die Pflanze ersetzte.

So war im 18. Jahrhundert die Popularität des Hanfs vorerst vorbei. Im 19. Jahrhundert führten neue Lösungen zur Papiergewinnung aus Holz zu noch weiterem Einbruch des Hanfanbaus. Synthetische Fasern des 20. Jahrhunderts machten der Nutzpflanze nun auch den Markt für Bekleidung und Stoffe streitig.

Seinen Gipfel der Abwärtsspirale erreichte der Hanf mit dem Verbot seines Anbaus. Durch seinen mittlerweile schlechten Ruf als Droge, durch das enthaltene THC, setzte sich die Marihuana Prohibition für das Gesetzesverbot ein und kam damit durch. Egal ob legale Nutzpflanze oder nicht, der Hanf verschwand von der Bildfläche der Kulturacker.

Und noch immer hängt der Pflanze der schlechte Ruf nach – zu Unrecht, wie Medizin und Forschung heute weiß.

Der Hanf-Anbau heute

So langsam wird mehr und mehr klar, dass der Pflanze zu Unrecht ein komplettes Anbauverbot ausgesprochen wurde. Heute sind in Deutschland etwa 50 Sorten zum Anbau wieder zugelassen. Dafür eingesetzt hat sich vor allem die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

Die neue gesetzliche Regelung sieht nun vor, dass Hanf mit einem THC Anteil bis 0,2% im Endprodukt legal angebaut werden darf. Das der Anteil von THC in den Pflanzen selbst selbigen Wert nicht übersteigen darf, liegt wohl auf der Hand.
Des weiteren dürfen zertifizierte Saatgute angebaut werden, die besonders für den medizinischen Bereich zu nutzen sind. Dazu muss der Bauer über eine entsprechende Genehmigung verfügen.

Ähnliche Gesetzmäßigkeiten finden sich ebenfalls in Österreich und in der Schweiz.

Andere Länder – besonders der chinesische Markt – führte bis heute keine strenge Reglementierung des Hanfanbaus ein.

Anbau und Ernte von Hanfpflanzen

Hanf ist eine sehr anpassungsfähige, widerstandsfähige und robuste Nutzpflanze, deren Anbau recht unproblematisch geschehen kann.
Der Anbau selbst findet von April bis Mai statt, zwischen Juli und September kann die Ernte erfolgen.

Was braucht Hanf zum Wachsen?

Die Nutz- und Heilpflanze ist absolut keine Diva. Sie braucht keinen besonders nährreichen Boden, kommt mit dem hiesigen Klima sehr gut aus und zeigt sich robust gegen Pflanzenkrankheiten und Schädlingen. So ist der biologische Anbau einfach umzusetzen. Einzig starke Hitze macht ihr zu schaffen und kann vor allem die Konzentration der Inhaltsstoffe reduzieren.

Voll Öko – Warum Hanf die perfekte Ökokultur darstellt

Ökologischer Anbau ist in der heutigen Zeit das Mittel der Wahl. Anbau und die daraus entstehenden Produkte sollen weder Mensch noch Natur schaden, dazu möglichst kostengünstig und mit geringer Abfallproduktion einhergehen. Besieht man sich diese Faktoren, kann man kaum glauben, dass Hanf so lange Zeit als Kulturpflanze in Verruf kam und sogar verboten wurde.

Hanf ist anspruchslos, robust und sogar eine absolut dankbare Pflanze. Denn sie unterdrückt Unkraut zuverlässig. Des weiteren Sind Krankheiten und Schädlinge eher selten bis gar nicht zu finden – Einsatz von Pestiziden und anderen chemischen Mitteln entfällt also spielend.

Durch tiefe Pfahlwurzeln ist es der Pflanze möglich, auch in trockenen Zeiten zu gedeihen, indem sie Wasser aus den tiefen Erdschichten zieht. Ein hoher Vorfruchtwert reduziert die Anbauzeit, womit der Boden durch andere Kulturen bewachsen werden kann und somit nicht ausgelaugt wird.

Weiterer wichtiger Punkt: Die Nutzbarkeit. Nahezu alle Pflanzenteile können verwertet werden. Somit ist der dabei entstehende, wenn auch biologische Abfall nahezu Null. Hanfsamen dienen der Gewinnung hochwertiger Speiseöle, Fasern können ideal für Stoffe, Papiere, Seile, Verbundstoffe und Dämmstoffe eingesetzt werden. Die Schäben – die holzigen Teile der Pflanze – sind im sinnvollen Einsatz für Tiereinstreu oder als Beigemisch für Bau- und Dämmstoffe.

Werden medizinische Produkte hergestellt, können die entstehenden Restprodukte für Biokraftanlagen genutzt werden.

Hanfanbau weltweit – Wo ist die Pflanze überall zu Hause

Auch wenn Deutschland, Österreich und die Schweiz langsam die alte Kulturpflanze wiederentdeckt und mehr und mehr anbaut, gehören sie längst nicht zu den Hauptlieferanten für Hanf.

Noch immer sind die meisten Hanfimporte aus Pakistan, Afghanistan, Marokko, Neapel oder dem Libanon. Produkte aus der Karibik, Malawi oder Ghana sind ebenfalls nicht selten. Und es werden immer mehr Länder wieder auf die Pflanze aufmerksam. Spanien, Kalifornien und Kanada um einige Beispiele zu nennen.

Grob kann man sagen: Der Anbau von Hanf ist weltweit möglich. Dabei kann die Qualität natürlich mit den entsprechenden Witterungsverhältnissen steigen oder auch fallen. Milde Temperaturen bei genug Licht und nicht zu feuchtem Klima, wie es Europa bietet, sorgen für hohe Qualitätsstandards.

China ist ebenfalls ein Land, welches den Anbau von Hanf seit jeher betreibt und ideale Voraussetzungen bietet, damit die Pflanze gedeiht und hohe Erträge erbringt.