Konzeption und Finanzierungsplan des Bildungsprojektes der Belarussischen gemeinnützigen Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl" und der Internationalen Assoziation für humanitäre Zusammenarbeit unter Leitung von Jelena Asmykowitsch "Sommersprossen" Durch das Erholungsprogramm der Belarussischen gemeinnützigen Stiftung "Den Kindern von Tschernobyl" in Zusammenarbeit mit der Internationalen Assoziation für humanitäre Zusammenarbeit, das für Kinder geschaffen wurde, deren Gesundheit durch den Atomreaktor-Unfall in Tschernobyl gefährdet ist. Im Laufe des Bestehens dieses Programms konnten über 120.000 belarussische Kinder Deutschland, Italien, Belgien, Österreich, Dänemark, Schweden, England und Norwegen besuchen. Der Aufenthalt der Kinder in einer freundlichen und gesunden Umgebung, in stabilen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen, in einer offenen demokratischen Gesellschaft trägt zur Verbesserung des emotionalen und körperlichen Zustandes der Kinder bei. Doch ein Hindernis für eine schnelle und leichte Integration der Kinder in die neue soziale und kulturelle Umgebung sind kulturelle und altersbedingte Erfahrungen der Programmteilnehmer. Die Kindergruppen werden von DolmetscherInnen und Pädagogen betreut. In den Jahren 1998-2001 beteiligten sich an diesem Programm über 600 BetreuerInnen. Die meisten sind Schul- und Hochschullehrerinnen, dabei sind aber auch Ärzte und DolmetscherInnen, die nicht immer für die Arbeit mit Kindern ausgebildet sind. Als zusätzliche Schwierigkeit kommt hinzu, daß oft in einer Gruppe Kinder verschiedenen Alters und aus verschiedenen Regionen zusammengefaßt werden. In solchen Fällen sind sozial-pädagogische Erfahrungen und psychologische Kompetenz der BetreuerInnen von besonderem Wert. Pädagogen, DolmetscherInnen sammeln die Erfahrungen über den demokratischen Aufbau der Gesellschaft, lernen andere Formen der Bürger-Aktivitäten kennen, indem sie Kinder betreuen. Aber zu Hause, in Minsk oder in der Provinz angekommen, können sie ihre Erfahrung nicht in vollem Maße den anderen vermitteln, weil sie Übertragungsformen und -methoden der Elemente der Bürgergesellschaft und der Demokratie nicht beherrschen. Ziel des Projektes sieht die Vorbereitung der Fachleute für die Gruppenbetreuung vor, im Rahmen der interkulturellen, sozial-pädagogischen und demokratischen Ausbildung durch Durchführung der Bildungs-Orientierungsseminare. Fehlende Vorbereitung der Pädagogen im Bereich der sozial-pädagogischen, demokratischen und interkulturellen Ausbildung senkt den positiven Aufenthaltseffekt der Kinder im Ausland. Um diese Schwierigkeiten zu minimieren, wird im Rahmen des Erholungsprogramms für die Tschernobylkinder eine Schulung für Betreuer vorgesehen. Aspekte dieser Schulung sind: -
interkulturelle Kommunikation -
Kinderspiele -
interaktive Pädagogik -
Teamarbeit -
altersorientierte Psychologie und Pädagogik -
Ausbildung in der Demokratie Die Schulung soll die Betreuerinnen und Betreuer befähigen: -
individuelle, interpersönliche und Gruppenkonflikte zu lösen -
Teamgeist in einer Gruppe von Kindern unterschiedlichen Alters zu entwickeln -
gezielt sozial-pädagogische Mittel anzuwenden -
den Kindern bei der Integration in die fremde kulturelle Umgebung zu helfen Für das Jahr 2002 planen wir vier 2-tätige Seminaren für die Betreuer, in denen interaktive Schulungsmethoden angewandt werden sollen. Die TeilnehmerInnen bekommen insgesamt 20 Stunden Unterricht. Die Seminare werden von hochqualifizierten Fachleuten durchgeführt, die ihre Erfahrungen im Ausland gesammelt haben, sowie von Studenten der Nichtstaatlichen Universität für modernes Wissen. Die Seminare finden ihre Fortsetzung in individuellen Programmen für die Tschernobyl-Kinder aus den verstrahlten Regionen. |