VII. Jugendfestival - Belarussische Jugendliche fordern internationalen Diskurs über Tschernobyl Drucken
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Mittwoch, den 16. April 2008 um 22:02 Uhr
Wie in den vergangen Jahren ist die Arbeit der Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl“ besonders im Gedenkjahr „20 Jahre nach Tschernobyl“ 2006 auf die kritische Auseinandersetzung mit den Verstrahlungsfolgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ausgerichtet. Schon die Jugendkonferenz, zu der am 3./4.12. 2005 ca. 200 Jugendliche aus Belarus, besonders aus den hochverstrahlten Gebieten des Landes zusammenkamen, hatte die Zukunftsperspektiven und Hindernisse für junge Menschen im gemeinsamen Haus Europa zur Sprache gebracht und die Planungen für die Vorbereitungen auf das VII. Jugendfestival 2006 am 15./16. April in Minsk ins Auge genommen. Jugendgruppen und Jugendzentren bereiten derzeit ihre kreativen Beiträge zum Thema des Festivals „20 Jahre Tschernobyl und seine Folgen – ein länderübergreifender Diskurs zur Zukunft ohne Atomkraft“ vor und haben den Wunsch, mit jungen Menschen und Gruppen aus dem europäischen Ausland über Existenzfragen ihrer gemeinsamen Zukunft ohne Atomgefahren ins Gespräch zu kommen.

Die Jugendlichen, zu deren Biografie die Tschernobylkatastrophe lebensbedrohlich hinzugehört, wollen im 20. Gedenkjahr ihre Fragen, Visionen und Forderungen für eine Zukunft ohne Atom formulieren und mit anderen kommunizieren. Nach ihrer mehrheitlichen Meinung hätte Tschernobyl eigentlich der Anfang vom Ende der Atomenergie sein müssen. Die Vertuschung der katastrophalen Folgen von Tschernobyl muss endlich aufhören und länderübergreifende Strategien sollen erarbeitet werden. Angesichts des angedachten „Atomenergie-vielleicht?“ in Deutschland, ist es den belarussischen Jugendlichen wichtig, ihre Erfahrungen, Befürchtungen und Anliegen angesichts der weitreichenden Folgen des Super-Gaus von 1986 mitzuteilen, als junge Zeitzeugen einer Katastrophe und einer Technologie, die nicht beherrschbar ist: Tschernobyl ist überall und darf nicht totgeschwiegen werden!