2. MTV-Handball Benefizveranstaltung in Lüneburg für die Tschernobylkinder in den Reha-Kliniken an der Ostsee Drucken
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Donnerstag, den 07. April 2011 um 12:37 Uhr

Nach dem erfolgreichen Internationalen Hallenhandball-Event des MTV-Treubund Lüneburg im vergangenen Jahr zu Gunsten der Kinder von Tschernobyl sind ein Teil der Spenden an die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) “Den Kindern von Tschernobyl“ zugekommen, in deren Vorstand Ursel Steuernagel die Kindererholungsmaßnahmen vertritt. Die Minsker gleichnamige Stiftung, mit der die BAG partnerschaftlich zusammenarbeitet, hatte den Vorschlag gemacht, mit diesem Geld aus der Benefizveranstaltung sollte eine Reha-Maßnahme für schwer an Brochialasthma und Neurodermitis erkrankte Tschernobylkinder an der Ostsee finanziert werden. Die Mitarbeiter der Minsker Stiftung haben die Kinder gemeinsam mit den dortigen Ärzten für die BAG ausgewählt.

Zwölf Kinder, schwer an Bronchialasthma und Neurodermitis erkrankt, begleitet von weißrussischer Betreuerin, Dolmetscherin und Ärztin, durften wieder nach Usedom in das Therapiezentrum eingeladen werden. Ermöglicht hatte dies wie im vergangenen Jahr der MTV-Treubund Lüneburg, der zum Internationalen Handballevent namhafte Mannschaften Europas aufgeboten hatte. Der Erlös wurde diesem Projekt der Bundesarbeitsgemeinschaft „Den Kindern von Tschernobyl“ – BAG – (mit Sitz in Münster i. Westf.) zur Verfügung gestellt, die partnerschaftlich zusammenarbeitet mit der gleichnamigen Stiftung in Minsk. Diese hat nach dem Super-GAU von Tschernobyl als erste dafür Sorge getragen, dass Kinder aus der verstrahlten Zone zur überlebenswichtigen Erholung auch nach Deutschland kamen. Das Handball-Event wurde unterstützt von der Lüneburger Landeszeitung sowie von der Sparkasse Lüneburg!
Die Kinder der Sommer-Erholungsmaßnahme des Lüneburger Vereins „Den Kindern von Tschernobyl“ hatten am Turnier teilnehmen dürfen, waren glücklich, mit den Spielern einzulaufen, die Spieler anzufeuern und zum Abschluss den Mannschaften als Dank ein weißrussisches Lied zu singen und selbstgemalte Bilder zu überreichen. Für noch kränkere Kinder aus ihrer Heimat als sie selbst würde ja der Erlös dieses Benefizturniers sein!
Ursel Steuernagel, auch Vorstandsmitglied der „Bundesarbeitsgemeinschaft“ und zuständig für die Kindererholungsreisen für die der BAG angeschlossenen Initiativen in Deutschland, konnte die  Kindergruppe auf Usedom inzwischen besuchen, alle mit warmer Kleidung versorgen und Gespräche mit Ärzten und Therapeuten führen. In diesem Jahr hatten wesentlich Eltern von Lüneburger Kindern der Grundschule „Am Hasenburger Berg“ dazu beigetragen, dass schöne, sinnvolle Kleidung an die Kinder und Betreuer verteilt werden konnte, zu deren sichtbarer Freude und Dankbarkeit!
Die Kinder, verantwortlich ausgesucht, stammen aus den radioaktiv verseuchten Regionen von Belarus und aus den Evakuiertenbezirken von Minsk.
Die Betreuerin Irina Pobiagina schreibt in ihrem Bericht von der Therapie der Kinder an der Ostsee als von einem Geschenk, das sie „die Eltern unserer Kinder sogar im Wunschtraum nicht hätten vorstellen, geschweige denn leisten können“. – „Das immer freundliche Personal der Rehaklinik Usedom, allen voran die Verwaltungsleiterin, mit wärmster Aufnahme und ständiger Hilfsbereitschaft….., Ärzte, Schwestern, Therapeutinnen, Küchendienst, alle Mitarbeiter haben sich wirklich viel Mühe gegeben, damit sich unsere Kinder hier wohl und behütet fühlten, und das ist ihnen absolut gelungen.“ „Jedes Kind ist einzeln untersucht und behandelt worden.“ Und dann wird im Bericht geschwärmt von den umfangreichen Therapieplänen, vom Schwimmen oder von der „Naturtherapie“, der frischen salz- und jodhaltigen Meeresluft, die „unheimlich viel Nutzen für das geschwächte Immunsystem der Kinder“ gebracht haben. Nicht vergessen wird, wie man die Naturschönheiten „eures Landes“ genießen und den Kulturreichtum auch über die Insel hinaus erleben durfte. „Die Kinder sind überglücklich! Sie haben im Lauf von einem Monat so viel wahre Freude, Spaß und Besserung für die kranken Lungen bekommen, was unsere Reise hierher für sie alle zu einem unvergesslichen Erlebnis ihr Leben lang bleiben lassen wird.“ Irinas Bericht schließt mit den Worten: „Mit strahlendem Lächeln auf den Gesichtern und mit freudigen Funken in den Augen können diese Kinder mehr ausdrücken als mit Worten der Dankbarkeit.“ Diese geht im Bericht noch einmal ausdrücklich auch an den MTV-Treubund!
Eins der Kinder, das schon im Sommer Gastkind in Lüneburg gewesen war und dann zu Hause nach schwerem Asthma-Anfall in ein Spezialkrankenhaus eingeliefert wurde, durfte sich nun in den letzten Tagen des Aufenthaltes auf Usedom noch freuen über den Besuch seiner Lüneburger Gasteltern, die gern diese weite Fahrt auf sich nehmen wollten!
Wie im vergangenen Jahr übernahm der Lüneburger Verein den verbleibenden Teil der Gesamtfinanzierung für die Reha-Maßnahme auf Usedom über die 5000,-- Euro der Benefizveranstaltung des MTV-Treubund und der Sparkasse hinaus. Ohne das großherzige Angebot der Rehaklinik und den selbstlosen Einsatz des Personals aber wäre die segensreiche Therapie der Kinder nicht möglich gewesen. –
Eine weitere Gruppe mit schwer an Bronchialasthma und Neurodermitis erkrankten Kindern und einer Betreuerin konnte außerdem wieder auf Fehmarn in gleicher Weise therapiert werden, finanziert allein vom Lüneburger Verein durch Spenden des treuen Freundeskreises, - auch diese Kinder besucht und begleitet von Ursel Steuernagel wie die „Usedomer“. Der Chefarzt auch dieser Reha-Klinik äußert sich hocherfreut über die deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes all dieser Kinder durch die Therapie auf Fehmarn.
Auf der Rückfahrt nach vier so erfolgreichen Wochen nimmt der Bus der Minsker Stiftung weitere Kleidung, Rollstühle und andere erbetene Sachspenden aus Lüneburg mit, die gezielt an Bedürftige, vor allem aus dem Evakuiertenstadtteil Malinowka/Minsk, weitergegeben werden.

Ursel Steuernagel



Irina Pabliagina, Betreuerin Minsk (Oben 1. v.l.)
Ursel Steuernagel, BAG Lüneburg (oben 3. v.l.)
Olga Butkevich, Ärztin Minsk (oben 3.v.r.)
Galina Biza, Betreuerin Minsk (oben 2.v.r.)
Heike Gent, Therapeutin Reha Klinik Usedom (oben 1.v.r.)