Fußgängerzone wirkt wie ein Märchen Drucken
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Montag, den 26. Juli 2010 um 10:09 Uhr

 


Angela Gessler und Katya Lisowskaja

Fußgängerzone wirkt wie ein Märchen

Katya Lisowskaja schildert ihre Erlebnisse mit dem Projekt „die Kinder von Tschernobyl“ in Rottweil.

In diesem Jahr wurde wieder ein Jugendprojekt für die Kinder von Tschernobyl angeboten.
An diesem Projekt nimmt Katya Lisowskaja aus Brest bereits zum dritten Mal teil. Diesmal ist sie sogar vor Beginn des Projektes in Rottweil eingetroffen, um ein einwöchiges Architektur-Praktikum mit dem Thema Energetische Bausanierung besuchen zu können.

Die Abiturientin, die am Montag, 5. Juli 17 Jahre alt wird, wohnt momentan bei Angela Gessler, der Veranstalterin des Jugendprojektes.
Von Rottweil ist Liswskaja begeistert: „Brest ist sehr flach, es gibt nur ein paar Hügel. Der Ausblick vom schwarzen Tor auf die schwäbische Alb war überraschend“, erzählt sie. Und ihre ersten Eindrücke von der Rottweiler Fußgänger Zone beschreibt sie mit den Worten wie. „im Märchen“ und „wunderschön“. In ihrer Heimat gibt es wenig alte Städtebilder, wegen der Zerstörung im Krieg.
In Weißrussland sei „alles anders“, erzählt Lisowskaja. So auch die Energiepolitik, die sie bei den Jugendprojekten der vergangenen Jahre viel gelernt habe.
Die Demonstrationen des Solarkomplexes, der Energieprogramme in Freiburg und Schönau, sowie die Gewinnung von regenerativen Energien im Bodenseeraum haben sie so sehr beeindruckt, dass sie im Herbst ein Studium über regenerative Energien in Minsk beginnen möchte. Damit gehört sie zu den Pionieren auf diesem Gebiet in Weißrussland. „Ich möchte das erlernte benutzen und die Zukunft mitgestalten, wenn die zeit reif ist“, sagt sie. Jetzt geniest sie aber erst einmal die Zeit in Rottweil, wo „die Atmosphäre immer schön ist“ und die „wo die Menschen sehr freundlich sind“.
Wir haben ein inniges, gegenseitiges Verhältnis, erzählt Gessler, die bei der Ostereise nach Belarus auch einen Tag bei der Familie Liswskaja zu Besuch war. Sie sei stolz über das gute Gelingen des Projekts, hinter dem „großes ehrenamtliches Engagement und viel Herzblut“ stecke.
Die weiteren Teilnehmer des Projektes werden am Donnerstag, 8.Juli, nach einer 30-stündigen Fahrt in Rottweil eintreffen und bei Gastfamilien unterkommen.

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk in Tschernobyl zum Super-Gau. Nur wenige Monate später wurde in Rottweil eine Bürgerinitiative gegründet, deren Zusammenarbeit mit der weißrussischen Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl“ sich über 20 Jahre gehalten hat.

Mit freundlicher Genehmigung des Schwarzwälder Boten vom 03.07.2010
Bericht und Foto: Lennart Sauter