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21.09.2010
Verstrahlte Pfifferlinge im Handel entdeckt
Pfifferlinge aus Osteuropa sind manchmal strahlenbelastet.
Verstrahlte Pfifferlinge im Handel entdeckt
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29.03.2009
Der Reaktor lebt und tötet weiter

London (dpa) Auch mehr als 20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl dezimiert die radioaktive Strahlung die Zahl der Insekten in der Region. Das hat eine Zählung bei Hummeln, Schmetterlingen, Libellen und Grashüpfern gezeigt.


17.02.2009
Lost Paradise
Ein neuer Film von Stefan Heinzel (89 Millimeter)


07.02.2009
IPPNW Presseinfo 06.02.2009
Atomlobby baut seit 20 Jahren Potemkische Dörfer


24.12.2008
Praxis der Visumsvergabe an der Deutschen Botschaft in Minsk, Belarus
Kleine Anfrage der Abgeordneten Marieluise Beck Bündnis 90/Die Grünen (Bremen)
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10.04.2008
NRW-Landesversicherungen für das Ehrenamt


16.01.2007
Infos Reisen und Hilfslieferungen
Transit Polen nach Belarus.

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Kinderreisen
Mittwoch, den 16. April 2008 um 21:02 Uhr

- eine kleine Hilfe für Gastfamilien

Seit 1990 kommen jährlich Tausende von osteuropäischen Kindern zur Erholung nach Deutschland, Kinder, die in Gebieten aufwachsen müssen, die auch heute noch seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 radioaktiv belastet sind. Die meisten von ihnen kommen aus Weißrussland, aus der Republik Belarus. Den Erholungsaufenthalt bei uns brauchen sie dringend zur Stabilisierung ihrer geschwächten Gesundheit.

Fast alle verbringen die Wochen hier in Gastfamilien, in einigen Fällen auch kombiniert mit einem Landschulheimaufenthalt o.ä. Zu den gastgebenden Familien entwickelt sich meist schnell ein gutes, ja herzliches Verhältnis. Zur Vorbereitung auf diese Zeit kann es aber hilfreich sein, sich über die allgemeine Lebenssituation der Kinder zu informieren. Diese Jungen und Mädchen kommen zu uns als kleine Botschafter eines Landes, das bei uns weitgehend unbekannt ist, und dessen kulturelle, soziale, politische und wirtschaftliche Verhältnisse stark von den unsrigen abweichen.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion hat sich die ökonomische Situation in Belarus dramatisch verschlechtert. Sie ist geprägt von rasch wachsenden Inflationsraten , von Arbeitslosigkeit, Niedriglöhnen und Versorgungsengpässen, von einem maroden Gesundheitssystem.

Entsprechend ist die gesamte Lebenslage der meisten Familien bedrückend. Die gesundheitlichen Schäden der Bevölkerung, insbesondere der Kinder, nehmen vor allem durch die ständige Aufnahme radioaktiv belasteter Nahrung zu und werden durch die mangelhafte medizinische Versorgung noch verstärkt. Armut, beengte Wohnverhältnisse, unzulängliche und einseitige Ernährung, Krankheitsanfälligkeit ( Krebs, Leukämien, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Allergien, angeborene Missbildungen, psychische Störungen u.a.) , politische Repressalien durch Bürokratisierung, staatliche Überwachung und eingeschränkte Meinungsfreiheit, dazu Zukunftsängste, besonders Angst vor Arbeitslosigkeit und Krankheit, kennzeichnen das Leben fast aller Familien. Viele von ihnen zerbrechen daran - die Scheidungszahl ist sehr hoch. Manches Mal führt die Hoffnungslosigkeit zu Alkoholmissbrauch bei den Eltern und älteren Geschwistern. So sollte man damit rechnen, dass das Gastkind vielleicht schon sehr viel Trauriges und Negatives erlebt hat.

Es ist vor diesem Hintergrund nicht schwer zu ermessen, wie nötig ein "Tschernobylkind" den Aufenthalt bei uns hat: es braucht Erholung für Körper und Seele.

Aus der langjährigen Erfahrung vieler Gastfamilien wurde zusammengestellt, was das Zusammenleben mit dem jungen Gast erleichtert. Dazu gehören: eine entspannte Familienatmosphäre - dazu zählt auch die Vorbereitung der künftigen Gastgeschwister auf die zeitlich begrenzte neue Familiensituation -, Zuwendung, Liebe und Vermittlung von Sicherheit
falls erforderlich, auch Ermahnung und Konsequenz, Regelmäßiger, möglichst täglicher Kontakt mit den heimischen Betreuern und den anderen Kindern der Tschernobylkindergruppe. Interesse am Heimatland des Kindes und an seinen Lebensverhältnissen, möglichst auch der Versuch, etwas von seiner Sprache zu erlernen. ( Manche Initiativen haben hierfür eine knappe russisch-deutsche "Sprachhilfe" erstellt. )

Wichtige Aspekte der Erholung :

  1. soviel Aufenthalt an der frischen Luft wie nur möglich
    - auch bei nicht so gutem Wetter !

  2. ausreichend Schlaf
    - etwas, was zuhause bedingt durch die beengten Wohnverhältnisse, durch den ständig laufenden Fernseher und auch durch Schulunterricht teilweise bis in die Abendstunden hinein oft vernachlässigt wird.

  3. Gesunde, vitaminreiche Ernährung
    -
    da die Kinder viele unserer Speisen nicht kennen und deshalb ablehnen, sind Eingewöhnungsschwierigkeiten beim Essen möglich. Das gilt besonders für Gemüse. Dagegen werden Rohkost und milde angemachte Salate aus Möhren, Kohl, Gurken und Tomaten oft gern gegessen. Gern gegessen werden in der Regel auch alle Fleischspeisen, Geflügel, Fisch, alle Kartoffelspeisen, Suppen, Reis und Nudeln. Milch und Milchprodukte sind u.U. gewöhnungsbedürftig, sollten aber reichlich angeboten werden. Anstelle der zwar sehr beliebten aber ungesunden Süßigkeiten sollte sehr viel Obst gegeben werden, anstelle von Cola und übersüßten Limonaden lieber Obstsäfte.

  4. Unterweisung in der Benutzung von sanitären Anlagen
    - sie sind den meisten Stadtkindern zwar vertraut, für Kinder aus einem Dorf, wo das Wasser noch aus dem Dorfbrunnen geholt wird, aber fremd. Hinweise, dass bei uns die Waschmaschine Unterwäsche und Strümpfe wäscht und wir sie deshalb oft wechseln können, sind nötig. ( Etwas Kontrolle schadet hier nicht - wie manchmal bei unseren eigenen Kindern, besonders bei Jungen, ja auch nicht ... )

Auch das gehört zu einem guten Miteinander :

Vermeiden von Anspruchsdenken
und Abbau zu hoher materieller Erwartungen an uns durch vernünftige, altersgemäße Aufklärung über Lebenshaltungskosten und Preise bei uns.

Sinnvolle Auswahl von Geschenken - z.B. guterhaltene, strapazierfähige Kleidung, stabile Schuhe, Schulmaterialien, Ballspiele, Material zum Malen und Werken, Rucksäcke oder Sporttaschen. ( Sehr wichtig sind hier Absprachen mit den anderen Gastfamilien am Ort, um nicht gegeneinander ausgespielt zu werden.) Für größere Jungen und Mädchen, etwa ab zehn, elf Jahre, hat sich ein kleines Taschengeld bewährt, über das sie frei verfügen können. So lernen sie unser Preisgefüge zu verstehen, Preisvergleiche zu machen und auch, dass " ein Euro nur einmal ausgegeben werden kann ".

Deutliche Unterscheidung zwischen Geschenken und Dingen, die währen des Aufenthaltes hier nur benutzt werden können. Besonders jüngere Kinder möchten sonst solche "Leihgaben" zum Abschied mit nach Hause nehmen und sind bitter enttäuscht, wenn das nicht geht.

Sinnvolle Freizeitgestaltung mit viel gemeinsamen Spiel, Spielen überhaupt, Sport, Spaziergängen und Schwimmbadbesuchen. ( Hier bitte beachten : Die wenigsten Kinder können schwimmen. Aufsicht im Schwimmbad ist deshalb dringend erforderlich. ) Das Besichtigungsprogramm mit dem Auto sollte sehr begrenzt sein, noch mehr der Fernseh-, Video - und Computerkonsum.

Aufsicht und Unterweisung im Straßenverkehr - das gilt besonders für Kinder aus ländlichen Gebieten. Fahrradfahren ist für alle eine große Gefahrenquelle, auch wenn sie sagen, dass sie es können. ( Zur Erinnerung : Wie lange haben u n s e r e Kinder gebraucht, bis sie verkehrssicher waren ? ) Wenn das Gastkind ein Rad benutzen darf, dann nur unter Aufsicht Erwachsener , denn es kennt weder Verkehrsregeln noch die Gefahren auf unseren Straßen.

Bei allen Schwierigkeiten schnelle Kontaktaufnahme zu den Verantwortlichen vor Ort und zum weißrussischen Betreuerteam, um gemeinsam eine Lösung zu finden.

Trotz mancher notwendiger Einschränkungen aber Fröhlichkeit und herzliche Zuneigung - die meisten Kinder machen uns das nicht schwer !

( Diese "Hilfe für Gastfamilien" ist auch als Faltblatt im Format DIN A 5 zum Stückpreis von 0,20 € über die BAG erhältlich. )

Dr. med. Barbara Haubrich , Eva Balke
 
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