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![]() Einmalige Ost-West-Zusammenarbeit Neues Jugendprojekt im Juli ROTTWEIL, 27. Februar (ag) - Mit einem Koffer voller Plänen und Vorhaben und vielen neuen Informationen kamen die Mitglieder der „Bürgerinitiative für eine Welt ohne atomare Bedrohung“ vom Jahrestreffen der Tschernobylgruppen aus Kassel zurück. Zusammen mit dreißig Vertretern aus ganz Deutschland und Dr. Irina Gruschewaja, der Vorsitzenden der belarussischen Stiftung “Den Kindern von Tschernobyl“, hatte man sich dort zum alljährlichen Erfahrungsaustausch getroffen. Die markanten Themen an diesem Wochenende waren die zunehmende Verschärfung der Menschenrechtssituation in „dieser letzten Diktatur Europas“, der geplante Bau des ersten Atomkraftwerkes in Belarus und der Ausbau der belarussisch-deutschen Jugendarbeit. Seit 1990 gibt es die Kontakte zwischen der belarussischen Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl“ und vielen Zivilgruppen in Deutschland und anderen Ländern der Welt. Begonnen hat alles über die gemeinsame Sorge um die „Tschernobylkinder“, inzwischen hat sich daraus etwas Einmaliges in der Geschichte Europas entwickelt: Eine intensive und langjährige Zusammenarbeit innerhalb der zivilen Gesellschaft in Ost und West, die nicht auf Staatsverträgen, sondern nur auf der Initiative vieler Privatpersonen und Bürgergruppen basiert. Neben den 600.000 Erholungsmaßnahmen für Kinder und wichtige medizinische Hilfe für die Tschernobylbetroffenen konnte die belarussische Stiftung und ihre ausländischen Partner in den letzten Jahren auch viele soziale Programme für behinderte, arme und alte Menschen und gemeinsame Jugend- und Frauenprojekte aufbauen. In Belarus werden diese wertvollen Kontakte allerdings zunehmend durch den Staat erschwert. Die belarussischen Nichtregierungsorganisationen werden immer mehr unter Druck gesetzt, die meisten haben schon aufgegeben. Die breite Weltöffentlichkeit ist der einzige Schutz, der die Stiftung immer noch weiter arbeiten lässt. Mit dem Bau des ersten Atomkraftwerkes in Belarus, so Burkhard Homeyer, der Sprecher der Tschernobylinitiativen, will der Staat Tschernobyl endgültig zu den Akten legen und die Opfer der Katastrophe damit alleine lassen. Dr.Irina Gruschewaja richtete deshalb an alle Gruppen den dringenden Appell, sich nicht einschüchtern und entmutigen zu lassen. „Lasst uns diese menschlichen Brücken zwischen Deutschland und Belarus nicht abbrechen!“ Mit dem Blick in die Zukunft ist die gemeinsame Jugendarbeit deshalb für alle wichtiger denn je. Hier können persönliche Kontakte aufgebaut und Vorurteile bereinigt werden, gemeinsam an länderübergreifenden Lösungen gebastelt und neue Perspektiven für Ost und West entwickelt werden … Die Rottweiler Bürgerinitiative konnte dem Gremium in Kassel hier von ihren langjährigen Erfahrungen in der Ost-West-Jugendarbeit berichten und auch weitere Gruppen für das neue Jugendprojekt in diesem Jahr gewinnen. So werden im Juli nun drei belarussische Jugendgruppen gleichzeitig nach Deutschland kommen, eine davon wieder nach Rottweil. Die Themen werden in diesem Jahr „Energiewende, Ökologie und Menschenrechte“ sein. Schon in der konkreten Planung ist für die Rottweiler auch wieder eine Reise nach Belarus zu den sozialen und ökologischen Projekten der Stiftung in Luninetz und Minsk. In den Osterferien werden aus Rottweil elf Jugendliche und Mitglieder der Bürgerinitiative mit dem Zug nach Belarus reisen. Sie erwarten dort nicht nur viele Freunde und ein kulturelles Programm, sondern auch viele Gespräche und Treffen in den Projekten. Zur weiteren Planung der beiden anstehenden Projekte trifft sich die Bürgerinitiative am kommenden Donnerstag, 5.März um 19.30 Uhr in Rottweil, Suppengasse 4. Interessierte sind dazu herzlich eingeladen. |




