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21.09.2010
Verstrahlte Pfifferlinge im Handel entdeckt
Pfifferlinge aus Osteuropa sind manchmal strahlenbelastet.
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29.03.2009
Der Reaktor lebt und tötet weiter

London (dpa) Auch mehr als 20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl dezimiert die radioaktive Strahlung die Zahl der Insekten in der Region. Das hat eine Zählung bei Hummeln, Schmetterlingen, Libellen und Grashüpfern gezeigt.


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Jahresbericht der Gesellschaftlichen Vereinigung 2009 "Kinder von Tschernobyl" Minsk Belarus PDF Drucken E-Mail
Rundbriefe & Jahresberichte
Mittwoch, den 23. Juni 2010 um 08:41 Uhr

Jahresbericht der Gesellschaftlichen Vereinigung 2009 "Kinder von Tschernobyl" Minsk, Belarus
(Früher: Belarussische gemeinnützige Stiftung)

Die gesellschaftliche Vereinigung "Den Kindern von Tschernobyl" wurde 1989 als nichtstaatliche gesellschaftliche Organisation gegründet. Zurzeit ist die Stiftung "Den Kindern von Tschernobyl" e.V. Partnerin von 63 ausländischen Organisationen aus 7 Ländern der Welt, ist Mitglied vom "International Peace Bureau", ist gesellschaftliche Expertin der UNO und der OSZE zu den Problemen von Tschernobyl und ökologischen Migranten.
Die Hauptpartnerin und die engste Verbündete ist die BUNDESARBEITSGEMEINSCHAFT DEN KINDERN VON TSCHERNOBYL IN D. e.V.

ERHOLUNGSPROGRAM UND HUMANITÄRE HILFE

1. Kindererholungsaufenthalte

Das Dekret 555, erlassen am 13.10.2008, hatte im Jahr 2009 viele Gruppen im Ausland verhindert, die Kinder einzuladen.
Trotz des Reiseverbots für Tschernobyl-Kinder konnte die Organisation doch 861 Kindern zur Erholung ins Ausland schicken. 44 Kinder sind in die Niederlande, 817 Kinder sind nach Deutschland gefahren.

2. "Lebensmittelpakete"

Das Ziel des Projektes ist - humanitäre Hilfe den Familien aus den Tschernobylbetroffenen Regionen sowie den sozialschwachen Familien zu erweisen.
Dank der Unterstützung durch Spenden aus der Initiative: Verein "den Kindern von Tschernobyl" e.V., Lüneburg (Ursel Steuernagel) wurden die Lebensmittelpakete von den Mitarbeitern unserer Organisation gepackt und mit dem Bus an die 100 Familien aus Gomel, Chojniki und aus dem Bezirk Bragin zu Weihnachten zugestellt.
Auch der Caritasverband Rhein-Wied-Sieg e.V. , Betzdorf (Rudolf Düber) ermöglichte mit Spenden die Zusammenstellung und Verteilung von 150 Lebensmittelpaketen für kinderreiche sozialschwache Familien, sowie für die allein stehenden alten Menschen aus dem Bezirk Bychow.
Dank der Unterstützung dieser beiden Initiativen aus Deutschland konnten auch die ehemaligen straffälligen Mädchen und die TeilnehmerInnen unseres Projektes Altenklub in Minsk die Lebensmittelpakete bekommen.

3. Humanitäre Hilfe

Außer der Lebensmittelpaketeaktion wurde von uns auch andere humanitäre Hilfe geleistet. Wir wandten uns im Sommer an die Initiativen, die unsere Kinder aufnahmen, mit der Bitte, uns Kinder- und Erwachsenenkleidung, Bettwäsche,
Süßigkeiten, Hygieneartikel sowie Büroartikel mit unserem Bus zu schicken. Fast alle Initiativen sind dieser Bitte nachgegangen, wofür wir ihnen sehr dankbar sind! Sie helfen uns helfen. Die humanitäre Hilfe konnte von uns übergeben werden:
• an 40 Mitglieder des Wochenendeklubs,
• an 12 aus dem Gefängnis entlassene Mädchen,
• an die Assoziation der Familien-Kinderheime (20 Familien),

4. Hilfe den kranken Kindern.

Wie in jedem Jahr hat die Stiftung auch das Programm der Hilfe für kranke Kinder fortgesetzt. Zusammen mit unseren langjährigen Partnern ermöglichte sie die Erholung und die Behandlung:

• in Rostock für 2 Familien (Mütter mit Kindern) auf Einladung der Initiative von Frau Ursula Timm),
• in Berlin für Kinder mit der Onkologie in Begleitung von den Müttern (21 Personen) auf Einladung der Ev. Johannesstift Berlin).
• in Fehmarn und Usedom für 17 Kinder mit Asthma und Dermatitis (auf Einladung des Vereins "Den Kindern von Tschernobyl" e.V., Lüneburg).

5. Diabeteskranke Kinder (Projektleitung: Ludmila Maruschkewitsch)

Das Programm "Leben mit Diabetes" hat eine besondere Bedeutung, denn es gibt im Land keine einzige ähnliche Aktivität für diabeteskranke Kinder.
Im Rahmen dieses Programms für diabeteskranke Kinder wurden ca. 110 Kinder betreut. Es wurden auch einwöchige Diabetesschulen durchgeführt:
• im Sanatorium "Seliony Bor" bei Minsk fanden zwei solche Schulen für 40 Kinder statt - während der Frühlings- und Herbstschulferien. In dieser Zeit konnten die Kinder die wichtigsten Kenntnisse in Bezug auf ihre Krankheit bekommen, die Methoden der Selbsthilfe lernen, aber auch sich erholen. Sie spielten, gingen ins Schwimmbad, in den Wald, besuchten ein Museum, gewannen in Sportwettbewerben verschiedene Preise.
• in Kamenz (Sachsen) konnten zwei Gruppen von diabeteskranken Kindern - 40 Kinder sich erholen und eine entsprechende Schulung bekommen (die Initiative von Georg Tietzen) - 40 Kinder
Jedes Jahr wird die Zahl der Kinder, die an Diabetes erkranken größer. Die Mediziner und Wissenschaftler sind nicht geneigt, diese Krankheit mit den Folgen von Tschernobyl zu verbinden. Trotzdem müssen wir feststellen, dass die Anzahl der Kinder mit dieser Erkrankung wesentlich höher in verstrahlten Gebieten: Gomel und Mogiljow ist, als die Anzahl der diabeteskranken Kinder zum Beispiel im Norden des Landes- im Gebiet Witebsk.


SOZIALE PROJEKTE

1. Wochenendeklub für alleinstehende ältere Menschen - "Generationsbrücke" (Projektleitung: Zivun Olga)

Im Jahre 2009 wurde das Projekt Wochenendeklub für alleinstehende ältere Menschen der Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum "Zukunftswerkstatt" (mit Unterstützung durch Spenden aus Deutschland und der Schweiz) weitergeführt. Es ist gelungen, die Studenten und Schüler für dieses Projekt zu gewinnen. Sie beteiligten sich aktiv und gerne in allen Veranstaltungen- Dank ihrer Teilnahme verliefen alle Treffen sehr lustig und lebendig, mit Musik, Tanz , kleinen Wettbewerben und Spielen. Da der Stiftung schon längst alle Räumlichkeiten für soziale Projekte vom Staat verweigert wurden, finden sich die Treffen entweder in einem der Lokale des Bezirks Malinowka oder die ganze Gruppe macht Fahrten und Ausflüge mit dem Stiftungsbus. Es fanden statt:

• 4 Treffen im Café "Wolgograd",
• 4 Theaterbesuche und Ausflüge,
• Es wurden 3 Feste mit Geschenken für die Senioren veranstaltet.
• Alle 40 Klubmitglieder bekommen regelmäßig von der Stiftung humanitäre Hilfe und Lebensmittelpakete.

2. 2009, nachdem die Kinder durch das Dekret 555 verhindert worden waren, in die Schweiz zu fahren, kam die einladende Initiative: Tschernobyl-Hilfe Hardwald ( Veronika Reuschenbach, Andreas Görlich ) auf die Idee, den Kindern aus dem Luninezker Bezirk zu ermöglichen , einen Tagesausflug nach Minsk zu machen. Die Stiftung in Minsk wurde beauftragt, das Programm vorzubereiten und den Bus einzusetzen. An der Aktion "Sonntag in Minsk" nahmen 27 Kinder mit den Lehrern aus dem Bezirk Luninez teil. Der Stiftungsbus brachte die Kinder am frühen Morgen nach Minsk, wo für sie ein Tagesprogramm vorbereitet wurde. Der Besuch im Zirkus, das Mittagessen in MacDonalds (ein Traum jedes belarussischen Kindes!), die Fahrt auf dem Riesenrad im Erlebnispark, eine Rundfahrt mit Führung durch Minsk sorgten für die nicht aufhören wollende Begeisterung. Süßigkeiten und die Reiseverpflegung sorgten für gute Laune auch auf dem Heimweg . EINE TOLLE IDEE-den Kindern aus der Provinz einen Tag in Minsk zu schenken! Vielen Dank!!!

3. Projekt "Beratungsstelle für Frauen und Mädchen Malinowka" (Projektleitung: Gruschewaja Irina)

Die Beratungsstelle "Malinowka" musste die Arbeit 2009 drastisch reduzieren auf Grund der fehlenden Finanzmittel und Räumlichkeiten. Doch bestimmte Themen blieben nach wie vor aktuell, und die Arbeit wurde fortgesetzt, obwohl in einem geringerem Masse, als zuvor. Menschenhandel und Frauenhandel, häusliche Gewalt bleiben im Land auf der Tagesordnung, deshalb wurden die Schulungen und präventive Informationsarbeit, Beratungen vor Antritt einer Auslandsreise zum Zwecke der Arbeit im Ausland vor Ort (Oktjabrjskij, Bychow, Kreis Slawgorod, Luninez, Mogiljow, Minsk) wenn auch nicht regelmäßig, aber doch durchgeführt. 
Einen wichtigen Stellenwert in der Arbeit der Beratungsstelle Malinowka haben die Arbeit und die Begleitung der ehemaligen straffälligen Mädchen nach der Entlassung aus dem Gefängnis, die schon seit 1999 erfolgt. (Inzwischen sind die Mädchen erwachsene Frauen, haben zum Teil Lebenspartner und Kinder, brauchen trotzdem unsere Unterstützung, die auf vielfältige Weise ihnen auch erwiesen wird. 2009 waren in Betreuung 8 junge Frauen mit 12 Kindern. Für sie wurden die Programme realisiert:
Humanitäre Hilfe – Versorgung (nach Möglichkeit) mit Lebensmitteln, Kleidung, Schuhen, Brennholz, Begleitung in der Klinik, bei den Behördengängen
Finanzielle Hilfe – für Bezahlung der Lehrgänge, der Anmeldung in Minsk, Telefongespräche, verschiedener unentbehrlicher Gebühren und Medikamente.
Psychologische und Lebensberatung.
Hilfe bei der Entwicklung sozialer Kompetenzen. Zu diesem Zweck ist das Programm ausgearbeitet worden, an das viele andere Aspekte geknüpft werden können, denn die Frauen kommen dann regelmäßig nach Minsk. Der lebendige Kontakt ist unentbehrlich. Es erleichtert nicht nur die Kommunikation, sondern ermöglicht die Übergabe von Sachen, Paketen und Geld. "Terre des Femmes" e.V. (Münchener Gruppe), die Initiativen aus Lüneburg, Rottweil, Wallisellen (Schweiz), Glattbrug (Schweiz), Hargesheim, Betzdorf, Haltern, Rostock sowie einige Privatpersonen unterstützen das Programm tatkräftig. Wir bedanken uns herzlich dafür!

Programm "Resozialisierung der ehemaligen straffälligen minderjährigen Mädchen nach dem Gefängnis" (Programmleitung: Zokolowa Tatjana, Ruzkaja Jelena)

Bericht über den Verlauf der Treffen im Rahmen des Programms "Resozialisierung der ehemaligen straffälligen minderjährigen Mädchen nach dem Gefängnis" zum Thema "Förderung lebenspraktischer sozialer und kultureller Kompetenzen"

In diesem Jahr haben wir unser Projekt "Resozialisierung" als vier Treffen zum Thema "Förderung lebenspraktischer sozialer und kultureller Kompetenzen" fortgesetzt. Nach dem vertieften Koch-und Haushaltskurs wurde der Wunsch geäußert, sich mit den Fragen der Familienplanung, Schwangerschaft und Erziehung der Kinder zu beschäftigen. Alle von uns betreuten jungen Frauen leben mit ihren Partnern in einer festen aber problemreichen Beziehung. Sie kommen selbst aus den zerrütteten Familien und haben fast keine positiven Beispiele in ihrer Nähe, die für sie eine Orientierung sein könnten. Die falschen Verhaltensmuster, die falschen oder gar keine Vorstellungen über das normale Familienleben lassen keine neuen positiven Erfahrungen zu. Aus diesem Grunde hat unser Arbeitsteam beschlossen, einen Kurs vorzubereiten und durchzuführen, in dem die Frauen die Anregungen und die Lösungen für bestimmte Probleme ihres Familienlebens bekommen bzw. finden können. Unser Vorschlag wurde von den Frauen sehr begrüßt. Eine Prise Skepsis konnte von uns doch wahrgenommen werden, denn das Themenfeld Familienplanung war für sie neu, unüblich und sprach nach ihrer Meinung gegen die Natürlichkeit des Lebenszyklus Geburt-Leben -Tod.
Ausgerechnet darüber wollten wir mit ihnen diskutieren, indem wir die Möglichkeit bekamen, sie über den heutigen Stand der Dinge zu informieren.
Dank der Unterstützung des Ministeriums für Bildung, Frauen und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz und des Caritasverbands Region Rhein-Wied-Sieg e.V. (Betzdorf) konnten wir dieser Aufgabe nachgehen und unsere Arbeit mit dieser Zielgruppe fortsetzen. Dafür danken wir unseren langjährigen Sponsoren recht herzlich auch im Namen der betreuten Frauen.
Schon in den ersten Wochen des neuen Jahres 2009 mussten wir einen hohen Anstieg von Preisen feststellen, was uns veranlasste, das Budget zu überprüfen und zu beschließen, nur eintägige Treffen einzuberufen. Unter dem Motto: weniger ist besser als gar nichts.
Das erste Treffen hat am 1.03.2009 und das zweite Treffen – am 24.05.2009 stattgefunden. An diesen Tagen wurden die Themenfelder behandelt: Familienplanung, Verantwortung beider Partner, Wunschkinder und nicht gewollte Kinder, Gefahren der Abtreibung und Verhütungsmöglichkeiten. Es war nicht leicht, die Frauen zunächst zur Erkenntnis zu bringen, dass mit dem Empfängnisschutz die Frauen ebenso ihre beruflichen Perspektiven verwirklichen und eigenständig gestalten wie Partnerschaft und Familienplanung. In der Diskussion über Wunschkinder und nicht gewollte Kinder kamen die Gefühle hoch, die mit den außerordentlich negativen Erfahrungen und schweren Erlebnissen in ihrem eigenen Leben verbunden waren. Wir mussten wieder feststellen, dass eine tiefgründige psychotherapeutische Begleitung für diese Frauen nötig wäre, die wir ihnen leider aus verschiedenen Gründen nicht anbieten können. Das Arbeitsteam hat trotzdem die Situation gemeistert und konnte die Information über biologische Grundlagen der Fortpflanzung vermitteln, wobei nicht nur körperliche Zusammenhänge im Mittelpunkt standen, sondern auch die psychologische Einstellung. Die Frauen haben erfahren, dass zur sicheren Verhütung auch das Wissen über Verhütungsmethoden gehört: wie sie wirken, wie sie angewendet werden und welche Nebenwirkungen sie haben. Aber auch wie sie zu der jeweiligen Situation passen. Sie haben die Tipps erhalten, die bei der Suche nach einem geeigneten Verhütungsmittel wichtig sind sowie die Informationen, was man tun kann, wenn die Verhütung versagt hat.
Dieses Wissen ist für unsere Betreuten in ihrer Lebenssituation sehr nötig. Viele Frauen haben schon Kinder; die sie lieben, aber gestehen, dass es zu früh war und ungewollt, Mutter zu werden. Sie möchten im weiteren Leben solche Situationen vermeiden und waren deshalb sehr dankbar, dass wir uns diesem Thema zugewandt haben. Es wurde der Wunsch geäußert, noch mehr darüber zu erfahren und sie so vorzubereiten, damit sie in ihrem Bekanntenkreis zu Hause diese Erkenntnisse weitergeben könnten. Vielleicht wird es im Jahr 2010 möglich sein.
Da die Zeit ziemlich knapp war, konnten die Frauen ausgiebig nicht austauschen, obwohl es wie immer sehr viel zu berichten war. Vor allem machten sich alle Sorgen um Jurgita G., die akute Tuberkulöse hatte und musste von ihren beiden Kindern getrennt werden. Mit Freude erfuhren die Frauen, dass unser Team sich um Jurgita kümmert, ist mit Ärzten in Boguschewsk (bei Witebsk) in der speziellen Klinik in Verbindung und schickt regelmäßig an sie Lebensmittel und Vitamine; hat mit ihr telefonischen Kontakt.
Das dritte und das vierte Treffen fanden wie gewöhnlich im Herbst statt: am 26.09.2009 und am 21.11.2009
Die Themenfelder waren für die Teilnehmerinnen sehr vertraut: alles rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit dem Kind.
Medizinische Aspekte standen genauso im Vordergrund, wie das Erleben der Schwangerschaft und der Geburt. Auch die embryonale Entwicklung des Kindes wurde ausführlich den neuesten Erkenntnissen entsprechend dargestellt, was dann zum Thema Abtreibung unvermeidlich brachte. Ein reger Austausch über die Tipps, die helfen, sich auf die Geburt des Kindes vorzubereiten und einzustellen war besonders für Julia S. interessant, die noch keine Kinder hat und viel von der Familienplanung mit einem festen Partner hält. Die Notwendigkeit des Rauch - und Alkoholverzichtes sowie Risiken durch Ernährung, wie man damit umgehen kann, waren weitere Diskussionspunkte.
Die erste Zeit mit dem Kind wurde auch rege diskutiert, wir konnten auf die vielfältigen Aspekte dieses Themas eingehen: die Einschränkung der persönlichen Freiheit, auf der anderen Seite eine neue Erfahrung, das bewusste Erleben eines neuen Lebensabschnittes, der mit erheblichen Veränderungen im gewohnten Alltagsleben einhergeht, ein gut organisiertes Hilfsprogramm macht es der Mutter leichter, nach der Geburt schneller wieder zu Kräften zu kommen, die Bestimmung des Tagesablaufs allein durch das Kind, die Rolle des Vaters, werden die anfallenden Aufgaben geteilt?, Gesundheitsfragen, die Sexualität usw. Natürlich hätte man jedem von diesen Aspekten ein einzelnes Seminar widmen können. Es blieben viele Fragen, die aufgeworfen wurden, aber nicht besprochen werden konnten.
Bei jedem Treffen haben wir trotz der Knappheit der Zeit individuelle Gespräche mit den betreuten Frauen führen können. Nach jedem Treffen bekamen sie auch ein kleines "Mitbringsel” fürs Zuhause. (anstatt des Tagesgeldes). In der Zeit zwischen den Treffen stehen wir mit den Frauen im Kontakt, schicken ihnen Lebensmittelpakete, besorgen Kleidung und Schuhe für sie und vor allem für ihre Kinder, beraten telefonisch. Das alles, sowie die langjährige nachhaltige Begleitung der Frauen ermöglichen einen schnellen und vertraulichen Umgang miteinander während der Treffen.
Wir bedanken uns sehr bei dem Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz und bei unserem langjährigen Partner Caritasverbands Region Rhein-Wied-Sieg e.V. (Betzdorf), für die finanzielle Unterstützung unserer Arbeit, für das Verständnis der Bedeutung dieser Arbeit. 

JUGENDPROGRAMM

Das soziale Jugendzentrum "Zukunftswerkstatt”

• Im Jahr 2009 haben die 14 unabhängigen sozialen Jugendzentren, die von regionalen Initiativgruppen der Stiftung gegründet worden sind, ihre Tätigkeiten weiter entwickelt.

Jugendfestival "Blick in die Zukunft. Zusammen für eine ökologische Welt"

Zum Jahresprojekt der Jugendzentren wurden die Vorbereitung und die Durchführung am 10.-11. November 2009 des IX. Jugendfestivals "Blick in die Zukunft. Zusammen für eine ökologische Welt".
Das Hauptziel war:
• Aktivierung der Arbeit von Freiwilligen in regionalen Jugendzentren
• Kennenlernen von Methoden und Fertigkeiten sozialer Arbeit, Erfahrungsaustausch,
• Herstellung der regionalen und internationalen Kontakte, Bildung von neuen aktiven Jugendgruppen
• Mitwirkung an der Entwicklung der Jugendbewegung in Belarus
Am Festival beteiligten sich ca.250 junge Leute aus 24 Regionen von Belarus und Norwegen.

Im Rahmen des Jugendfestivals am 10.11.2009 veranstaltete die Stiftung zusammen mit den Vertretern der Rafto-Stiftung in Norwegen ein Konzert der norwegischen Musiker. Totale Begeisterung bei dem Publikum rief der Auftritt der Festivalgäste aus Norwegen hervor. Eine Synthese lebendiger Musik, technischer Begleitung und des wohlklingenden skandinavischen Gesangs. Niemand hatte vorher solche zauberhaften Klänge gehört. Die Teilnehmer des Festivals waren von den Norwegern wie verzaubert. Der ungewöhnliche Auftritt lies in die kalte Atmosphäre des Landes eintauchen, aber man fühlte sich warm und geborgen. Deshalb ließ das Publikum mit seinem Beifall die Gäste sehr lange nicht von der Bühne gehen.

1. Seminare, Tagungen

Die Jugendlichen der Stiftung haben an mehreren internationalen Seminaren, Tagungen (als Mitveranstalter, Referenten, Workshopleiter o.ä.) teilgenommen. Darunter auch:
• 03.07.-19.07.2009 - Seminar "Futura 2009. Erneuerbare Energien und Umweltschutz" (Ev. Pfarramt Blosenbergkirche, Leonberg)
• 03.07.-19.07.2009 - Ökologisches Seminar "Klima und Energie" (Bürgerinitiative für eine Welt ohne atomare Bedrohung e.V., Rottweil)
• 03.07.-19.07.2009 – Seminar/Begegnung "Futura 2009 – Umwelt-Energie-Bewahrung der Schöpfung" (Caritasverband Rhein-Wied-Sieg e.V., Betzdorf)
• 23.08.-29.08.2009 - Ökologische Sommerschule "Vom Reden zum Handeln" (Ökumenisches Forum Christlicher Frauen in Europa, Deutschland )


2. "Der Garten der Hoffnung"

Das Projekt besteht seit dem 26.April 1996 auf dem Gelände der orthodoxen Kirche (befindet sich im Bau) namens Zu Ehren der Ikone der Gottesmutter "Allen Trauernden zur Freude". Die Aktiven der Stiftung pflegen den Garten. Das gepflückte Obst gebraucht die Gemeinde für ihre Projekte. Demnächst wird der Garten an die Gemeinde in ihre Verantwortung übergeben.

Der "Garten der Hoffnung" wurde zum 10. Jahrestag von Tschernobyl von den Stiftungsmitgliedern und ihren FreundenInnen aus 17 Ländern der Welt in Minsk gepflanzt und ist somit seit 14 Jahren ein ökumenisches Projekt und Sorgenkind der Stiftung. Der Garten, wo jetzt fast 100 Obstbäume wachsen und Früchte tragen, war als Symbol der Hoffnung auf ein blühendes Leben nach der Tschernobyl Kathastrophe gedacht. Er symbolisiert auch heute die unerschöpfliche Kraft der Natur, die Fruchtbarkeit und ist gleichzeitig ein lebendiges Mahnmal.
Obwohl die Generationen, die den Garten gepflanzt haben, wechseln sich allmählich in unserer Stiftung, doch lebt und blüht unser Garten. Am 22. September versammelten sich die älteren Frauen der Stiftung "den Kindern von Tschernobyl-Mitglieder des Ökumenischen Forums christlicher Frauen in Europa und die Jüngere um gemeinsam den Garten zu besuchen, dieses lebendige Denkmal auf der Erde nicht zu vergessen, sondern den weiteren Generationen zur Betreuung zu übergeben.
Das Wetter hat mitgespielt und wir zu 7 sind in den Garten gekommen. Als die Vertreterin der jungen Generation war ich überrascht, wie schön und blühend der Garten war. Die Äpfel glänzten in der Sonne, die Blätter flatterten im Wind, überall herrschte Harmonie und es schien, als ob man ins Paradies auf der Erde geriete. Ich war zum ersten Mal im Garten, aber außer Zweifel nicht zum letzten und habe mit eigenen Augen gesehen, wie viele Kräfte die Frauen darin investiert hatten!!! Jeder Baum kann seine eigene Geschichte erzählen.
Die älteren, erfahrenen Frauen unserer Stiftung, die mit dem Garten von Anfang an sind, haben uns viele Fotos mitgebracht, Plakate, ein Album mit Lebenslauf des Gartens und haben sehr viel über ihr "grünes" Kind erzählt, das aber schon ziemlich groß aussieht. Wir, die Jüngeren hörten mit Bewunderung zu.
Nach den spannenden Erzählungen haben wir auch die schönen roten Äpfel gekostet. Sie waren unglaublich süß. Besonders hat mich der kleine Apfelbaum gewundert, der direkt in der Sonne stand, sehr niedrig war, hatte aber schon rote Äpfel, gleich wie wir die Jugendlichen, die von den Erwachsenen noch betreut werden, werden aber bald selbst aufblühen. Seit langem wollte ich mir Sakra die japanische Kirche anschauen und ganz in der Mitte wuchsen im Garten zwei schöne Sakuras. Das war ein besonderer Tag, denn ich habe nicht nur ganz viel erfahren, gesehen, sondern auch Quitten zum ersten Mal getestet!!! (Lena Domanewskaja)

Das Jahr 2009 war für die Stiftung nicht leicht (wann war es leicht?). Vor allem war es geprägt durch den Kampf für die Aufhebung des Kinderreisenverbots, durch den Verlust der Zusammenarbeit mit Volkersdorf, nicht zuletzt auch durch die schwere Krankheit des Vorsitzenden und des Motors der ganzen Arbeit Gennadij Gruschewoj sowie der langjährigen Leiterin der Mogiljower Abteilung der Stiftung Tatjana Merkul (Tschernobyl verschont niemand).
Trotzdem haben die Solidarität und Engagement das Ihre getan! Das Netzwerk für Kinder von Tschernobyl lebt, unzählige Kontakte bleiben bestehen, trotz der Widrigkeiten bleibt unsere humanitäre Zusammenarbeit ein wichtiger Baustein im heutigen Europa.

 
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