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Rundbrief Aug 2003 - Statistik Minsk PDF Drucken E-Mail
Rundbriefe & Jahresberichte
Freitag, den 01. August 2003 um 00:00 Uhr
 

Tschernobyl - 17 Jahre danach

Deutlicher Anstieg von Krankheiten auch im sogenannten "sauberen" Gebiet

Zwischen 1997 und 2001 / 2002 sind in einer Klinik in Minsk Kinder mit unterschiedlichem familiären Hintergrund regelmäßig untersucht worden . Die eine Gruppe stammt aus in Minsk schon länger ansässigen Familien ( = Minskgruppe ), die andere aus Familien, die nach der Reaktorkatastrophe in die Hauptstadt umgesiedelt worden sind ( = Umsiedlergruppe ).

Bei b e i d e n untersuchten Gruppen ist der Anstieg von Erkrankungen erschreckend deutlich . Bei den Kindern aus den Umsiedlerfamilien sind die Schädigungen noch gravierender.

Das zeigen folgende Zahlen :

Tumorhäufigkeit ( bezogen auf 100.000 Kinder, 0 - 14 Jahre )

  1997 1998 1999 2000 2001
Minskgruppe 299,4 .298 427 503 496,7
Umsiedlergruppe 1068,8 1004,7  1015  903 1106

Häufigkeit von Bronchialasthma ( bezogen auf 100.000 Kinder )

  1997 1998 1999 2000 2001
Minskgruppe 675 790 909 1000 1118
Umsiedlergruppe 1058 979 1176  1006 2000

Anzahl der Kinder mit chronischen Erkrankungen ( % )

  1997 1998 1999 2000 2001
Minskgruppe 15,5 % 16,7 % 21,0 % 22,2 % 23,6 %
Umsiedlergruppe 29,0 % 33,2 % 40,1 % 43,7 % 50,5 %

Anzahl der invaliden Kinder und der Kinder in der Vorstufe zur Invalidität ( % )

  1997 1998 1999 2000 2001
Minskgruppe 0,9 % 1,2 % 1,1 % 1,16 % 1,3 %
Umsiedlergruppe 1,3 % 1,4 % 2,4 % 2,7 % 3,0 %

Anzahl der völlig gesunden Kinder ( % )

  1997 1998 1999 2000 2001
Minskgruppe 6,4 % 4,5 % 3,8 % 3,5 % 3,7 %
Umsiedlergruppe 3 % 3 % 2 % 0,9 % 0,3 %

Es stellt sich zum einen die Frage, wieso die Kinder aus den Umsiedlerfamilien noch häufiger erkranken als die aus den Minsker Familien, obwohl doch auch sehr viele der "Umsiedlerkinder" schon in der Hauptstadt geboren sind.

Eine mögliche Antwort : Die Größeren haben als Kleinkinder nahe der Reaktorkatastrophe gelebt, die Kleineren unter ihnen sind bereits Kinder der erwachsen gewordenen Tschernobylkindern .

Eine weitere Antwort : Sie verbringen häufig ihre langen Schulferien bei den Großeltern oder anderen Verwandten, die weiterhin im verstrahlten Gebiet leben. Von dort werden sehr viele Lebensmittel mit in die Hauptstadt gebracht, um die wirtschaftliche Notlage zu lindern.

Es stellt sich aber auch die Frage, wieso sich der Gesundheitszustand der Kinder, deren Familien aus Minsk oder anderen "sauberen" Gegenden stammen, kontinuierlich verschlechtert. War Minsk und Umgebung vielleicht 1986 doch nicht so unbetroffen vom radioaktiven Fallout ? Sind die Lebensmittel, die dort verkauft werden, vielleicht doch nicht so sauber, wie zuständige Behörden das behaupten ?

In den folgenden Untersuchungsergebnissen sind beide Kindergruppen zusammengefasst. Sie belegen zusätzlich den schlechten Gesundheitszustand der Kinder.

Anstieg verschiedener Krankheiten ( % )
 

1997

2001

Knochen-Muskel-Pathologien

1,3 %

2,9 %

Herzschäden

13 %

22 %

Augenanomalien

17 %

24 %

Tumore

4,9 %

10 %

Endokrine Schädigungen 

6,4 %

8,7 %

Häufigkeit von bösartigen Tumoren und Hirntumoren ( bezogen auf 100.000 Kinder )

  1997 1998 1999 2000 2001
Bösartige Tumore  57 73 77 104 121
Hirntumore 15 20 25,8 46 56

Häufigkeit von angeborenen Missbildungen und angeborenen Herzschäden
(  bezogen auf 100.000 Geburten )

  1997 1998 1999 2000 2001
Missbildungen 1191 1366 1374 1683 1906
Herzschäden 706 895 950 1287 1504

Im Jahr 2001 waren von den 856 Neugeborenen in dieser Klinik nur drei völlig gesund !

Häufigkeit von Schilddrüsenerkrankungen ( Thyreoiditis ) und Knotenbildungen in der Schilddrüse
( bezogen auf 1000 Kinder )

  1998 1999 2000 2001 2002
Thyreoiditis 0,48 0,5 3,4 6,76 29,4
Knotenbildungen 0,96 1,8 3,4 4,0 25,9

Dieses erschreckende Zahlenmaterial stammt aus der Hauptstadt Minsk. Keine Zeitung dort, kein Bericht im Rundfunk oder im Fernsehen, veröffentlichen diese Fakten. Denn die Folgen von Tschernobyl sind nach offizieller Lesart überwunden. Das wurde auch mehrfach gegenüber der BAG-Delegation betont, die Ende April in Minsk zahlreiche für diese Problematik verantwortliche Dienststellen aufsuchte. Informationen über den aktuellen Untersuchungsstand werden unterbunden.

Nochmals : Minsk gilt als unbelastetes, sauberes Gebiet. Wie mögen wohl Vergleichsuntersuchungen aus d e n Teilen der Republik Belarus aussehen, die so stark vom radioaktiven Fallout betroffen waren wie z.B. die Bezirke Mogiljew und Gomel ?

Eva Balke

 
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