| Rundbrief Mär 2002 - 10 Jahre deutsch-belarussische diplomatische Beziehungen |
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| Rundbriefe & Jahresberichte |
| Freitag, den 01. März 2002 um 00:00 Uhr |
10 Jahre deutsch-belarussische diplomatische Beziehungen( Beitrag für das Bundespresseamt anlässlich des Jubiläums zehnjähriger deutsch-belarussischer Beziehungen ) 10 Jahre deutsch-belarussische diplomatische Beziehungen : eine lange Zeit eigenständiger, zivilgesellschaftlicher Enzwicklung in Ost und West geht voraus und begleitet sie. 1986 veröffentlichten wir im Rahmen der christlichen Bürger- und Friedensbewegung in Deutschland ein Buch mit dem Titel "Brücken der Verständigung - für ein neues Verhältnis zur Sowjetunion ". Es markierte einen neuen Abschnitt in den Ost-West-Beziehungen weg von Großdemonstrationen gegen den Rüstungswahn hin zu einem Weg der kleinen Schritte. ( Dieses Buch wurde im Auftrag der Arbeitsgemeinschaften "Solidarische Kirche Westfalen und Lippe" herausgegeben von Elisabeth Raiser, Hartmut Lenhard und Burkhard Homeyer. Es ist das GTB Siebenstern Taschenbuch, Nr. 579. ) ( ... ) 1986, im gleichen Jahr 1986, ereignete sich die größte Industriekatastrophe der Geschichte. Betroffen waren durch den radioaktiven Fallout vor allem die belarussischen Kinder. Unter Leitung von Prof. Dr. Gennadij Gruschewoj und seiner Frau Dr. Irina Gruschewaja war es das Komitee der belarussischen Bürgerbewegung - die spätere gemeinnützige Stiftung - "Den Kindern von Tschernobyl" , die unter Einsatz des Lebens die ersten Informationen über die Situation in den hochbelasteten Zonen in die belarussische und in die Weltöffentlichkeit brachten. Gleich nach der Katastrophe hatte das Politbüro der UdSSR ein totales Schweigegebot über "Tschernobyl" verhängt. Bis heute greifen die Sanktionen und bilden den ständigen Bedrohungshintergrund der Stiftung. Die Bürgerbewegung hüben und drüben , die 1989 zusammenfand, organisierte in humanitärer Zusammenarbeit die erste Soforthilfe für Kinder. Dazu zählten und zählen neben akuter Krankenhilfe und humanitären Hilfsgütern primär die Kindererholungsreisen. Bis heute sind über die Stiftung und über die 250 Initiativen in Deutschland, die in der 1993 gegründeten Bundesarbeitsgemeinschaft zusammenarbeiten, mehr als 160.000 belarussiche Kinder zur Erholung nach Deutschland gefahren. Und in umgekehrter Richtung die vielen "Gasteltern" ! ( ... ) Auf ungeahnte Weise hat sich damit der ursprüngliche Ansatz realisiert, Brücken der Verständigung und ein neues Verhältnis zwischen Ost und West zu bauen. Die Brücken entstanden an der Basis bis in die entlegensten Winkel hinein - sowohl in Belarus als in Deutschland -, von Mensch zu Mensch, von Familie zu Familie, von Ort zu Ort. Die Kinder sind zur Brücke geworden. ( ... ) Die ersten Kinder von einst sind junge Leute geworden. Sie haben schon unschätzbare Erfahrungen im Ausland gemacht und internationale Freundschaften geschlossen. ( ... ) Sie sind zu Akteuren zivilgesellschaftlicher Erneuerung geworden unter dem Leitwort: Sag Nein zur Gewalt ( violence ) - stets die Erfahrung von "Tschernobyl" als Megagewalt mit sich tragend. So haben sie in Selbsthilfe und mit Unterstützung ihrer ausländischen PartnerInnen ein breites Netz von unabhängigen Jugendzentren aufgebaut. Beratungsstellen für Frauen und Mädchen angesichts des europaweiten Frauenhandels und der Gewalt gegen Frauen haben sich angegliedert. Soziale und ökologische Projekte werden in internationaler Zusammenarbeit realisiert.( ... ) Wünsche an die staatliche Zusammenarbeit bleiben freilich offen. Dankbar sind wir für das deutsch-belarussische "Memorandum of Understanding" vom 03. 03. 1994. Es sagt die staatliche Absicherung der "Kinder von Tschernobyl" zu. Doch wünschen wir uns mehr. 1. Wir wünschen uns : 2. Wir wünschen uns : 3. Wir wünschen uns : 4. Wir wünschen uns : Der diplomatische Diskurs steht vor nicht geringen Aufgaben. Wir werden in unterstützen. Burkhard Homeyer ( Der ungekürzte Text steht im gedruckten Rundbrief 2002 - 3 , August 2002 . ) |








