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Rundbriefe & Jahresberichte
Freitag, den 01. Februar 2002 um 00:00 Uhr

Die Intrigen der Atom-Lobby

Auszüge aus dem Artikel aus der "Belorusskaja Delowaja Gaseta " vom 11. 01. 2002
von Olga Tomaschewskaja
(Es handelt sich dabei um eine Antwort auf den Artikel im Observer. " Der Tschernobyl-Mythos wurde entlarvt. Laut der UNO-Studie sollen die humanitäre Hilfe und die Umsiedlung mehr Schaden als die Verstrahlung selbst verursacht haben" v. 06. 01. 2002
Die Zeitung Belorusskaja Delowaja Gaseta bat Prof. Gennadij Gruschewoj darum, den Artikel zu kommentieren. Der vollständige Text des Interviews und der Observer-Artikel stehen im Rundbrief 2002-2. )
Im Bericht der UNO wurde die Meinung der Wissenschaftler nicht berücksichtigt, die über einen objektiven Blick auf die Posttschernobyl-Problematik verfügen. Zur Sensation dieser Woche wurde der Bericht der UNO, in dem davon gesprochen wird, dass die Folgen der Tschernobyl-Katastrophe stark überschätzt werden und dass die Leute mehr unter der Umsiedlung leiden als unter der tatsächlichen Radioaktivität. Der Präsident der Belarussischen gemeinnützigen Stiftung " Den Kindern von Tschernobyl" Gennadij Gruschewoj meint, dass die im Bericht dargestellten Akzente mit den Interessen der Atom-Lobby übereinstimmen.
Wie würden Sie den von der UNO veröffentlichten Bericht kommentieren ?
GG:
Es ergeben sich Parallelen zu dem, was vor zehn Jahren war. Damals hat sich auf Bitte der Sowjetunion die Organisation IAEA, die übrigens aus der UNO hervorgegangen ist und sich mit der Finanzierung der WHO beschäftigt, mit Forschungen über die Posttschernobyl-Situation befasst und kam ungefähr auf dieselben Schlussfolgerungen wie heute die UNO. Im Jahr 1991 erklärten die Vertreter der IAEA, dass die gesundheitliche Bedrohung für die Leute, die in der Tschernobylzone lebten, enorm überschätzt würde. Es wurden zynische Bemerkungen darüber gemacht, dass angeblich der Alkoholismus in der Tschernobylzone mehr Schaden bringt als die Radioaktivität. (.... )
Welche Forschungen wurden dieses Mal von der UNO durchgeführt ?
GG:
Die Expertengruppe, die Anfang 1990 gearbeitet hatte, versuchte eigene Forschungen durchzuführen und war für vier oder fünf Monate in Belarus. Diesmal, soweit mir bekannt ist, führten die Experten der UNO keine Forschungen durch. Sie nutzen einfach die Materialien, die von staatlichen wissenschaftlichen Organisationen zur Verfügung gestellt wurden. Wie Sie sich vielleicht erinnern können, hatte die Regierung das Jahr 2000 zum letzten Jahr in der Geschichte der Tschernobyl-Katastrophe erklärt. ( ....) So kann man wahrscheinlich davon sprechen, dass das Vorhaben des heutigen Regimes, das Thema Tschernobyl zu beenden, mit den Interessen der Atomlobby übereinstimmt. ( ... )
Mir ist es gelungen, wenn auch nur unvollständige Daten aus den medizinischen Einrichtungen zu bekommen, die sich in der Zone befinden. Aus ihnen geht hervor, dass im Vergleich zur Zeit bis zur Havarie des AKW die Anzahl der onkologischen Erkrankungen in der Tschernobylzone um das Dreifache angestiegen ist. Informationen über die Situation im gesamten Land zu erhalten, ist nicht möglich, weil im Jahr 1997 die Forschungen zu diesem Thema für geheim erklärt wurden. ( ... ) Heute werden diese Forschungen nur von den wissenschaftlichen Instituten durchgeführt, die exakt die staatlichen Vorgaben erfüllen. Die Einrichtungen, die ihren objektiven Blick auf diese Sachen bewahren, riskieren, ohne Mittel dazustehen. Nichtsdestoweniger, dass es diese Institutionen in Belarus gibt. Das sind die Akademiemitglieder Prof. Dr. Konoplja, Prof. Dr. Nesterenko und Prof. Dr. Bandaschewskij. Aber ihre Ergebnisse wurden bei der Vorbereitung des Berichtes der UNO nicht berücksichtigt.
Der Bericht der UNO spricht davon, dass die einzige erkennbare Folge das Ansteigen der Erkrankungen an Schilddrüsenkrebs ist. Besteht in der internationalen Öffentlichkeit die Kenntnis über die Forschungen, die zeigen, dass es noch andere Gefahren mit Auswirkung auf die Gesundheit für die Menschen gibt ?
GG: (
... )Es ist offensichtlich, dass die IAEA einen bedeutenden Einfluss auf die wissenschaftliche Welt hat. ( ... ) Es ist sehr schwierig, den Einfluss der Radioaktivität auf den Menschen nachzuweisen. Es geht darum, dass kleine Dosen der Radioaktivität nicht unmittelbar k o n k r e t e Erkrankungen hervorrufen. Die Radioaktivität beeinflusst den Organismus auf zellulärer Ebene, verstärkt die negativen Faktoren fremder Herkunft. ( ... ) Heutzutage ist es nicht möglich , systematische und vielseitige Forschungen durchzuführen, welche zeigen würden, wie die Radioaktivität durch die Zellen auf den ganzen Organismus wirkt. Die belarussischen Wissenschaftler könnten viele Sachen beobachten, aber allein für die Erstellung einer abgeschlossenen Theorie sind Mittel unbedingt notwendig, die die belarussische Wissenschaft nicht erhält. Die Situation der Wissenschaftler in Russland und der Ukraine ist analog. In der russischen Regierung hat das Bauen von Atomkraftwerken die Oberhand gewonnen und die ukrainische meint, dass das Tschernobyl-Syndrom schon hinter ihnen läge. Mit einem Wort, alle denken so, wie schon vor 1986.
Was meinen Sie, wird sich die internationale Hilfe zur Beseitigung der Folgen der Havarie in Tschernobyl nach der Bekanntmachung des UNO-Berichtes verringern ?
GG: Ich denke, Hilfe wird weiter geleistet, obwohl sich die Bedingungen, sie zu gewährleisten, verändern. Ich schließe nicht aus, dass gewisse Abmachungen und Geschäfte vorgeschlagen werden. Übrigens, derartige Angebote sind schon aufgetreten. Vielleicht stellt die Atom-Lobby große Summen zur Verfügung, sagen wir, zum Bau von Rehabilitationszentren. Im Gegenzug soll Belarus auf Informationskampagnen verzichten, die den Maßstab der Katastrophe offenlegen würden . Der Atom-Lobby stehen große Ressourcen zur Verfügung, und sie kann es sich erlauben, einen Teil dieser zu investieren mit der Verpflichtung, die Entwicklung der Atomenergie nicht zu behindern.
Übrigens, in den letzten 12 Jahren ging, denke ich, 90 % der humanitären Hilfe, die an Belarus geleistet wurde, ihren Weg nicht über staatliche, behördliche oder internationale Organisationen, sondern über gesellschaftliche Organisationen, friedensstiftende, ökologische und wohltätige. Ich meine, dass die Hilfe dieser Organisationen die Schaffung einer Bürgergesellschaft in Belarus fördert. Leute, die merken, dass Bürger aus anderen Ländern diese Position einnehmen, werden aktiver. Sie verstehen, dass von einem gewöhnlichen Bürger viel abhängt.

 
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