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Rundbrief Mär 1999 - 10 Jahre: "Kinder von Tschernobyl" PDF Drucken E-Mail
Rundbriefe & Jahresberichte
Montag, den 01. März 1999 um 00:00 Uhr

10 Jahre: "Kinder von Tschernobyl"

Wer kann sich an die Anfänge erinnern? An die rote Kirche am Leninplatz in Minsk? Heute katholische Kirche, diente sie den Filmschaffenden und hielt ein Hinterstübchen bereit, das - nachdem man sich am Eingang erkundigt durch viele Gänge geführt - das Komitee der "Kinder von Tschernobyl" beherbergte. Eine "illegale", nicht registrierte Gruppe, die es im Zuge von "Perestroika" und "Glasnost" wagte die Wahrheit über Tschernobyl zu sagen, den Tschernobyl-Fußmarsch" organisierte und Folgerungen für die Betroffenen zog. Eine alte Schreibmaschine vom Sperrmüll, ein Telefon, das man aus Deutschland erst nach etlichen Anläufen erreichte, aber viele engagierte Menschen. Pakete durften nicht empfangen werden, Konten blieben gesperrt, leitende Leute kamen vor Gericht.
Die erste Kindergruppe wurde geschickt aus dem Dorf Strelitschewo Bezirk Cheuniki aus den hochverstrahlten Gebieten nach Indien(!) anlässlich eines Ghandijubiläums. Die Kinder kamen wunderbar erholt zurück. Das war die Geburtsstunde aller Kinderreisen, ein Sofortprogramm für die Kinder.
Begonnen hatte alles 1989. Erst November 1990 erfolgte die offizielle Registrierung. Doch nicht unter dem bisherigen Namen. Ihn hatten bereits staatliche Strukturen besetzt. Belarussische Gemeinnützige Stiftung "Den Kindern von Tschernobyl" hieß der neue Name.
Er steht für die unabhängige, demokratische und ökologische Bürgerbewegung Weißrusslands. Mehr als 7000 Menschen im ganzen Land zählen sich zu ihren Mitgliedern. Die jährliche Vollversammlung wählt den 15-köpfigen Vorstand, dessen Vorsitz Prof. Dr. Gennadij Gruschewoi innehat. Dort werden die Ziele formuliert und die Programme und Projekte festgelegt, und ausgesprochen. Die Stiftung unterhält ein Büro in der Starovilenskaja. Wieviele haben es bei ihren Besuchen schon kennen- und lieben gelernt - trotz der Enge und Fülle, oder eben deshalb?
Die "Kinder von Tschernobyl" sind zum Symbolnamen in aller Welt geworden. Er steht für Tausende von Freundinnen und Freunden in Deutschland, in Europa, in der Welt, die den Kampf für die Kinder, eine menschenwürdige Zukunft und eine Welt ohne atomare Bedrohung nicht aufgeben.

 

Ein Mädchen in Svensk, nach einer Leukämiebehandlung

Gesichter sprechen für sich

Oft bedarf es keines besonderen Dankes. Das Glück, Kindern geholfen zu haben, reicht für alle Mühen und Schwierigkeiten vollkommen aus, die es zu überwinden galt.
Manchmal gibt es jedoch besondere Anlässe. Die "Kinder von Tschernobyl" werden zehn Jahre alt. Wieviel Menschen haben durch die Belarussische Gemeinnützige Stiftung "Den Kindern von Tschernobyl" Hilfe, Freundschaft und Solidarität erfahren!
Danke allen für ihr großartiges Engagement. Und alle guten Wünsche für die Zukunft.

Burkhard Homeyer

 
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