Begründung des Martini-Preises der Südpfälzischen SPD Drucken
Berichte & Reportagen
Montag, den 21. April 2008 um 15:38 Uhr
Der Martini-Preis der südpfälzischen Sozialdemokraten wird jährlich am 11. November während eines großen Festes verliehen.
Der Martini-Preis wird an Personen vergeben, die sich um die Demokratie - um die politische Kultur, um Aufklärung und Wahrhaftigkeit im politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben - verdient gemacht haben.
  Unsere deutsche Geschichte, die Erfahrungen in der Weimarer Zeit und im Naziregime lehren uns, mit unseren demokratischen Einrichtungen, der demokratischen Lebensform und der Substanz der politischen Demokratie sorgfältig umzugehen. Demokratie muß gepflegt und immer wieder neu erstritten werden.
  Das Wissen und das Bewußtsein um diese notwendige Sorge ist heute nicht weit verbreitet. Wir nehmen unsere Demokratie als etwas Gegebenes, Unwiderrufliches, nicht Zerstörbares. Es gibt kein Bewußtsein dafür, daß unser demokratisches, politisches Leben ausgehöhlt werden kann.
  Formal ist die Demokratie in den meisten westlichen Ländern nicht in Gefahr. Tatsächlich aber wird die Substanz dieser erfolgreichen und humanen politischen Lebensform in vieler Weise ausgehöhlt:

  - Wirtschaftliche Macht ist mehr und mehr in wenigen Händen konzentriert und übt politische Macht aus.
  - Die Konzentration der publizistischen Macht in wenigen großen und teilweise verflochtenen Medienunternehmen behindert eine wirklich freie und unabhängige Meinungsbildung. Beeinflussung, ja Manipulation, von Menschen über gezielte Kampagnen einiger Mächtiger sind heute üblich geworden.
  - Die zu einer demokratischen Lebensform gehörende "Beißhemmung" schwindet: Vorurteile gegen Minderheiten und dumpfe politische Instinkte werden zu oft in der politischen Auseinandersetzung genutzt, wenn man sich davon parteipolitischen Vorteil verspricht.
  - Auch kriminelle, mafiaähnliche Verhaltensweisen wie Bespitzelung und Desinformation kommen vor.

Wir brauchen heute Menschen, die sich um den Bestand der Demokratie sorgen, die offen darüber sprechen und durch ihr Verhalten ein Beispiel für eine wirklich demokratische Tugend geben.
  Für solche Menschen ist der Martini-Preis gedacht.
Preisträger können Personen aus Politik, Kultur und anderen Bereichen unseres gesellschaftlichen Lebens sein.
  Der Preis ist zuallererst eine Anerkennung. Symbolisch werden dem Preisträger oder der Preisträgerin eine Grafik von dem Künstler Armin Hott „Gans – demokratisch“ und eine Auswahl Südpfälzer Weine übergeben.
  Martini, der 11. November, ist der Tag der Abrechnung der Ernte eines Jahres. An diesem Tag der Abrechnung und der Wahrheit wollen wir mit der Verleihung des Martini-Preises eine neue politische Tradition begründen.


 Bisherige Preisträger:Laudatio:
1988Björn EngholmAlbrecht Müller
1989Dieter HildebrandtHeike Pfarr
1990Ulrike Poppe, Friedrich Schorlemmer, Barbara ThalheimPeter Merseburger
1991Dr. Liselotte FunckeAlbrecht Müller
1992Klaus StaeckAlbrecht Müller, Dieter Hildebrandt
1993„Die Sendung mit der Maus“Albrecht Müller
1994Keine Preisvergabe 
1995GreenpeaceWalter Schumacher
1996Hans KoschnikProfessor Egon Bahr
1997Prof. Dr. Ernst Ulrich von WeizsäckerProf. Walter Leonhardt
1998Keine Preisvergabe 
1999Dr. Erhard EpplerDr. Rose Götte
2000Chawwerusch-TheaterMinisterpräsident Kurt Beck
2001Medico InternationalBundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul
2002(I)ntakt InternationalBeate Weber, OB Heidelberg
2003„logo!“,Nachrichtensendung für Kinder ARD/ZDFDoris Ahnen, Ministerin für Bildung, Frauen und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz
2004„Aktion Tagwerk“, Jugendliche helfen Menschen in RuandaMinisterpräsident Kurt Beck
2005keine Preisvergabe