"Tschernobyl und die Folgen" Drucken
Berichte & Reportagen
Montag, den 21. April 2008 um 15:34 Uhr

Empfang der NRW-Tschernobylinitiatven
Am 25. April 2006 in Landtag NRW

„Tschernobyl“ im öffentlichen Bewusstsein

Noch lange ist „Tschernobyl“ nicht vorbei. Der 20.Jahrestag erinnerte in lebendiger Weise, wie die Landtagspräsidentin NRW, Frau von Dinther in ihrer Einladung zum Empfang im Landtag NRW am 25.4.06 den schrieb, an eine bis dahin unfassbare Katastrophe, die globale Auswirkungen hatte, hat und haben wird. 
Eingeladen waren mehr als 100 Tschernobylinitiativen in NRW, die sich in der Arbeitsgemeinschaft NRW zusammengefunden haben, seit Jahren, oft schon mehr als 15 Jahre, Kinder von Tschernobyl“ einladen, in zahlreichen Partnerschaften humanitäre Hilfe leisten, medizinische und soziale Projekte vor allem im schwerstbetroffenen Weißrussland unterstützen. Tausende kleiner Brücken der Völkerverständigung, des Friedens und der Versöhnung sind entstanden, gerade auch zwischen NRW und Belarus, durch die Kinder – von Mensch zu Mensch, Familie zu Familie, Ort zu Ort. 
Die Kinder brachten eine Botschaft mit, die zur ständigen „Erinnerung und zugleich zur „Mahnung an die Völker dieser Erde“ (von Dinther) geworden ist. Nicht zuletzt der Empfang im Landtag lässt deutlich werden, dass diese Botschaft angekommen ist. Die Öffentlichkeit ist nach wie vor hoch sensibel was Tschernobyl angeht, die Initiativen engagieren sich nach wie vor in bewundernswerter Weise. Die Botschaft der Kinder spiegelte sich in einer Fotoausstellung des weißrussischen Fotographen Anatolij Klatschuk, die zu Beginn des Empfangs in der Wandelhalle des Landtags eröffnet wurde.

„Tschernobyl“ eine Herausforderung an die Zukunft

Wer war zum Empfang erschienen? Zu sehen war ein buntes Bild: Initiativenleute, Politiker und Politikerinnen aller Fraktionen, der Sprecherrat der NRW-Tschernobylinitiativen, Vertreter des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerkes (IBB), das eben eine Partnerschaftskonferenz mit Gästen aus Weißrussland veranstaltet hatte. So konnten auch weißrussische Gäste am Empfang teilnehmen. Man sah die „Offiziellen“, kenntlich schon an ihrer Kleidung, doch eines fiel auf: die hohe Zahl junger Leute. Die einen trugen mit Musik und Liedern aus Weißrussland zum folkloristischen Ausgestaltung bei, die andern zeigten, wie aktuell und herausfordernd Tschernobyl auch, ja gerade für sie heute ist. Die ehemaligen Kinder von Tschernobyl sind heute junge Leute, die um ihre Zukunft ringen. Bei der Partnerschaftskonferenz konnte eine Jugendgruppe aus Luninetz aus einer hochbelasteten Region im Süden Weißrusslands teilnehmen. Sie haben mit ihren deutschen Freundinnen und Freunden (Rottweil) ein eigenes, unabhängiges Jugendzentrum aufgebaut, setzen sich intensiv mit Tschernobyl und der Situation ihres Landes auseinander, haben bei der Partnerschaftskonferenz eine eigene Jugenderklärung verfasst (siehe Text) – und trugen sie nun im Landtag vor. Werden sie gehört werden?

„Wir wissen nicht, ob es gut ausgeht, aber, dass es Sinn macht“

Das Wort Vaclav Havels könnte über aller Arbeit der Tschernobylinitiativen stehen. Neben Eröffnungsreden des Vizepräsidenten des Landtages, Herrn Edgar Moron, und des Vorstandes des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerkes, Herrn Prof. Manfred Zabel, hielt Frau Eva Balke die Hauptrede für den Sprecherrat der Tschernobylinitiativen NRW die Hauptrede (siehe Text). Sie hatte sich darum bemüht, dass dieser Empfang möglich wurde, alles Notwendige dazu organisiert und abgesprochen. 
Sie kommt ursprünglich aus der christlichen Friedensarbeit und versteht die gesamte Tschernobylarbeit als Teil des Ringens um den Frieden, des „ kornziliaren Prozesses um Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“. 
Wie viele Schritte des Friedens sind getan worden, sind die Kinder zur Friedensbrücke geworden, was müsste geschehen, um zu einem gerechten Ausgleich zwischen Ost und West zu kommen, wo müssten wir nicht zuletzt angesichts von „Tschernobyl“ gemeinsam lernen?
Wir fangen an: „Tschernobyl“ ist noch lange nicht zu Ende, es bietet die Chance zum Umdenken.: Den Kindern eine Zukunft – eine Chance dem Frieden.

Burkhard Homeyer



Die Veranstaltung im NRW Landtag in Bildern und Texten:

 

"Die Kinder von Tschernobyl": Mädchen-Ensemble-Mosyr 
Edgar Moron, Vizepräsident des Landtages, eröffnete die Gedenkveranstaltung 
Sylvia Löhrmann, Fraktionsvorsitzende "Die Grünen" im NRW Landtag, konnte bei ihrem Thema nicht fehlen.
Honoratioren aus Belarus und Deutschland warten am Rande auf ihren Auftritt.
Kuratoriumsmitglied des IBB, Prof. Manfred Zabel, berichtete über die Arbeit für die Betroffenen in Belarus.
Jugendliche aus Belarus und Deutschland trugen ihre Forderungen, erarbeitet auf der deutsch – belarussischen Partnerschaftskonferenz am 22.4.06 in Geseke, vor. 

Link: Deklaration zur deutsch – belarussischen Jugendzusammenarbeit.
Eva Balke, Mitglied des NRW Sprecherrates, stellte die Arbeit der NRW Initiativen nach der Reaktorkatastrophe in den Mittelpunkt ihrer Rede.
Der BAG Vorsitzende Burkhard Homeyer beglückwünscht Eva Balke zu ihrem Beitrag. 

Link: Redebeitrag Eva Balke
 Peter Junge-Wentrup, Geschäftsführer IBB Dortmund, betrachtet aufmerksam den Ablauf der Gedenkstunde.
Angela Nagel (1.v.L.), Vorsitzende der "Kinder von Tschernobyl" e.V. Düsseldorf, mit Ihrer Partnerin Olga Kusnetzowa (2.v.L.) aus Bychow, Belarus, freuten sich über die Aufmerksamkeit, die ihre Arbeit für die „Kinder von Tschernobyl“ bei den Anwesenden erfährt.
 Hanna Unkelbach (1.v.R.) und Ilse Engmann (2.v.R.), Mitglieder des NRW Sprecherrates, sind stolz auf „ihre“ Veranstaltung.
Anja Kasnatscheewa (hinten Mitte), Jugendzentrum Mogilev, Belarus, wundert sich über die vielen Deutschen, die sich um ihr Land sorgen.
Gaby Mense-Viehoff, Mitglied der BAG „Den Kindern Tschernobyl“, Münster, und Carl Viehoff, beide von der Friedensinitiative Nottuln, arbeiten bereits in ihrer Initiative an der Installation alternativer Energieversorgung in ihren Partnerstadt Narowlja, Belarus. Ein Projekt das dringend Spenden benötigt und besonders spendenwürdig ist.
Irmgard Zinnecker, Mönchengladbach, Ingrid und Gerd Leopold, Freudenberg, Herbert Becker, Mönchengladbach, (v.L.) arbeiten schon viele Jahre für die „Kinder von Tschernobyl.