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Praxis der Visumsvergabe an der Deutschen Botschaft in Minsk, Belarus
Kleine Anfrage der Abgeordneten Marieluise Beck Bündnis 90/Die Grünen (Bremen)
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10.04.2008
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16.01.2007
Infos Reisen und Hilfslieferungen
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Gastelternreise 2005 PDF Drucken E-Mail
Informationen - Archiv
Montag, den 21. April 2008 um 15:30 Uhr

Bericht über die Gastelternreise 2005 der BAG "Den Kindern von Tschernobyl" nach Belarus.

Erst schien es so, als würde die langfristige Ausschreibung im Tschernobyl-Rundbrief sich negativ auf die Teilnehmerzahl auswirken. Aber dann wurden es nach einem Auf und Ab der Anmeldungen doch 24 Personen, die sich am Abend des 2. Ostertages mit dem Zug auf die einwöchige Reise nach Minsk und in die Regionen zum Gegenbesuch und zum Wiedersehen mit den Tschernobyl-Kindern der letzten Jahre machten. Die meisten besuchten erstmals die Heimat "Ihrer Kinder" mit großen Erwartungen und gespannten Gefühlen. Natürlich standen in Minsk zunächst das Kennenlernen der vielgestaltigen Arbeit der Stiftung, Gespräche mit Prof. Gennadij Gruschewoij und Dr. Irina Gruschewaja und verschiedenen Mitarbeiterinnen der Stiftung genauso auf dem Programm wie auch eine Stadtrundfahrt mit dem Besuch der Geschichtswerkstatt des IBB. Auch die Gedenkstätte Chatyn durfte nicht fehlen wie in jedem Jahr.

Aber schon bei der Ankunft und Begrüßung am Hauptbahnhof nach 23stündiger Fahrt machte deutlich: Das Wiedersehen mit Freunden und Bekannten wie dann im 2. Teil der Reise mit den Familien der Erholungskinder in den verschiedenen Regionen stand eindeutig im Zentrum der Reise. Es war spannend mitzuerleben, wie etwa ein Gasteltern-Ehepaar aus Bad Neuenahr in der Hotelhalle des Hotels "Tourist" auf "ihr" erstes Gastkind vor zehn Jahren wartete, das jetzt eine junge Frau und Studentin in Minsk war. Würden sie sich wieder erkennen und sich mit einander unterhalten können? Nun – Tränen der Freude flossen wie damals beim Abschied. Und diese Freude teilte sich vielen mit – wie nachher begeistert berichtet wurde. Und die Erfahrung: Kinder zur Erholung nach Deutschland einzuladen, ist keine Einbahnstraße. Menschliche Verbindungen sind gewachsen, die etwas von dem zurückgeben, was an Zeit, Kraft und Engagement investiert wurde. Es wurde erfahrbar deutlich: Wer mitmacht, gibt und nimmt. Allein diese Erfahrung ist eine Reise wert.

Ein anderer, auf den ersten Blick davon entfernt liegender Aspekt gab dieser Gastelternreise einen wichtigen Akzent. Einer der Teilnehmer hatte über Dritte von dieser Reise erfahren und sich angemeldet, um das Grab seines 1944 nahe Paritschi gefallenen Vaters oder zumindest Hinweise darauf zu suchen und - wie sich herausstellen sollte – in unerwarteter Weise zu finden. Nicht nur, das der Berichterstatter auch nach Paritschi fuhr, um den nächsten Aufenthalt vorzubereiten, sondern auch die wohlwollende und eifrige Unterstützung der Älteren und der Jüngeren war eine beeindruckende Erfahrung. Es verbietet sich hier, die Empfindungen sehr persönlicher Art öffentlich zu machen, die den Reiseteilnehmer bewegt haben. Ein wenig davon hat er selber beim Abschiedsabend ausgesprochen. In diesem Resümee der Reise geht es eher darum, die Dimension der Versöhnung über den Gräbern festzuhalten, die auch 60 Jahre nach dem Kriegsende nicht der Vergangenheit angehört, sondern lebendig weiterwirkt. Mir wurde das deutlich bei der eher zufälligen Begegnung im sterbenden Dorf Poganzy, das 1944 zwischen den Fronten lag. Die 80jährige Babuschka Aljona Schirbina im Haus nahe der ehemaligen Front Sie war bereit, uns zu erzählen, wie sie sich als 17jähriges Mädchen, wegen ihres schwarzen Haars als Jüdin verdächtigt, in ein nahe- liegendes Arbeitslager kam und dort vor der Alternative Zwangsarbeit in Deutschland oder Arbeitslager in Weißrussland gestellt wurde. "Ja, die Soldaten waren grausam", aber es war Krieg. Und ich bin davongekommen. Eine alte Frau, die so Schweres erlebt hat und dennoch nicht verbittert war, ja Versöhnung lebte, indem sie unbekannten Deutschen die Hand entgegenstreckte und sie spüren ließ: Friede soll sein.

Tief beeindruckt von dieser kurzen Begegnung konnte ich nur ihre Hand ergreifen und mein Spaziba bolschoi stammeln. Dieser alten Frau, Babuschka Aljona in Poganzy sei dieser Bericht in Dankbarkeit gewidmet.

Ludwig von Behren

 
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