| Deutsch-Belarussische Partnerschaftskonferenz 2005 |
|
|
|
| Informationen - Archiv |
| Montag, den 21. April 2008 um 15:30 Uhr |
des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk"Gemeinsam Projekte entwickeln" - Geseke 11. 02. - 13. 02. 2005 Über 400 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Belarus und Deutschland trafen sich zu intensivem Austausch und engagiertem Planen der zukünftigen Zusammenarbeit für zwei Tage in Geseke. Viele deutsche Initiativen konnten schon am 08. 02. abends ihre belarussischen Gäste begrüßen und bis zum Tagungsbeginn in Geseke wichtige Vorabsprachen für die gemeinsame Arbeit vor Ort treffen. Die sehr große inhaltliche und organisatorische Leistung des IBB in der Vorbereitung und Durchführung der Partnerschafts-Begegnung sei besonders hervorgehoben. Die Anwesenheit wichtiger politischer Vertreter aus beiden Ländern , wie z.B. des stellvertretende Außenministers Alexander Michnewitsch und einer Mitarbeiterin des Departements für humanitäre Zusammenarbeit ,Frau Oxana Petrenja, sowie des deutschen Botschafters in Minsk, Dr. Martin Hecker, zeigen den Stellenwert an, den diese Tagung auch offiziell hat. Die für die meisten Teilnehmenden neue Gruppenarbeitsform des "Open Space" am zweiten und dritten Tag bot allen die Möglichkeit, sich in knapp 90 Kleingruppen aktiv einzubringen und eine große Bandbreite von Ergebnissen zu erarbeiten : Wohl annähernd alle Projekte , die bereits bestehen, wurden in ihrer Vielfalt vorgestellt und diskutiert, neue Ansätze und Lösungsmöglichkeiten wurden gesucht und oft gefunden, gemeinsame Planungen für die Zukunft wurden vereinbart - die Kombination von Bewährtem und Neuem war und ist dabei besonders beeindruckend. Hier wurde etwas in die Wege geleitet, was sich sicherlich sehr positiv auswirken wird - vor allem für die Menschen in Belarus. ( Eine Dokumentation der Open-Space-Ergebnisse wird über das IBB erhältlich sein. ) Natürlich standen in vielen Einzel- und Kleingruppengesprächen während der Tagungspausen und am Abend die Probleme im Mittelpunkt, die nach der Präsidenten-Rede vom 17. 11. 04 zu Erschwernissen der humanitären Hilfe und vor allem der Reisebedingungen der Kinder geführt haben. Sie wurden u.a. auch in den offiziellen belarussischen Redebeiträgen erwähnt. Nicht verschwiegen sei an dieser Stelle, dass die Ausführungen des stellvertretenden Außenministers z.B. zur wirtschaftlichen Situation im Lande ( "belarussisches Durchschnittseinkommen beträgt 200 $, 100-qm-Wohnung mit Komfort kostet 30 $" ) besonders bei vielen belarussischen Teilnehmern Kopfschütteln und sogar Gelächter hervorriefen, und die Behauptung der Vertreterin des Departements für humanitäre Zusammenarbeit, 50 % der medizinischen Hilfslieferungen und 30 % der übrigen humanitären Hilfe müssten als "unbrauchbar" weggeworfen werden, für große Verärgerung engagierter deutscher Teilnehmer sorgte. Beide aber sagten übereinstimmend, dass es kein generelles Verbot der Kinderreisen geben soll. Zum Ende der Tagung sprach der Leiter des IBB, Peter Junge-Wentrup, eine Einladung an deutsche Initiativen in das belarussische Parlament für den Tschernobyltag, den 26. 04. 05, aus. In den einzelnen Gruppen wird hierüber z.Zt. eine inhaltliche Diskussion geführt. Für die BAG gelten folgende Voraussetzung zur Annahme der Einladung : Eine unabhängige Berichterstattung in Belarus muss sichergestellt sein. Die Kinderreisen dürfen vom Staat nicht dazu instrumentalisiert werden, über belarussische NGO´s zu verfügen und Geldmittel westlicher NGO´s einzufordern. Es muss gewährleistet sein, dass unsere belarussischen Partner gleichberechtigt mit uns deutschen Tschernobylinitiativen eingeladen werden. Die Tschernobyl-Resolution der UNO vom 21. 12. 1990 , die Kinderrechtskonvention vom 20. 01. 1989 - insbesondere deren Art. 24, 29 und 39 - und das Deutsch-Belarussische "Memorandum of Understanding" vom März 1994 müssen eindeutig von belarussischer Seite als gemeinsame Handlungsplattform anerkannt werden. Bevor wir uns zu einer Teilnahme an der Delegationsreise entschließen, erwarten wir eine überzeugende Klarstellung dieser Punkte, denn wir möchten nicht kontraproduktiv vereinnahmt werden. Eva Balke |





