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20.10.2012


Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.
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21.09.2010
Verstrahlte Pfifferlinge im Handel entdeckt
Pfifferlinge aus Osteuropa sind manchmal strahlenbelastet.
Verstrahlte Pfifferlinge im Handel entdeckt
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29.03.2009
Der Reaktor lebt und tötet weiter

London (dpa) Auch mehr als 20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl dezimiert die radioaktive Strahlung die Zahl der Insekten in der Region. Das hat eine Zählung bei Hummeln, Schmetterlingen, Libellen und Grashüpfern gezeigt.


17.02.2009
Lost Paradise
Ein neuer Film von Stefan Heinzel (89 Millimeter)


07.02.2009
IPPNW Presseinfo 06.02.2009
Atomlobby baut seit 20 Jahren Potemkische Dörfer


24.12.2008
Praxis der Visumsvergabe an der Deutschen Botschaft in Minsk, Belarus
Kleine Anfrage der Abgeordneten Marieluise Beck Bündnis 90/Die Grünen (Bremen)
PDF (2,4 MB)


10.04.2008
NRW-Landesversicherungen für das Ehrenamt


16.01.2007
Infos Reisen und Hilfslieferungen
Transit Polen nach Belarus.

Fukushima lässt grüßen
Initiativen
Montag, den 30. April 2012 um 08:41 Uhr

Öde Ruinen und verseuchter Fisch

Rottweil. Apokalyptische Szenen in einem verlassenen Landstrich: Leere Ruinen werden von Gras überwuchert, Autowracks sind stille Zeugen der Vergangenheit. An der Küste treiben verseuchte Fische, herrenlose Tiere streunen umher. Es herrscht Stille.

Die Schweizer Journalistin Susan Boos hat all dies bei ihren Reisen nach Fukushima hautnah miterlebt. Im Rahmen der Rottweiler Nachhaltigkeitswoche sorgte sie nun mit einem Bildervortrag im Kapuziner für bleibende Eindrücke.

Boos hat sich für ihre Recherchen bis an den Ort des Grauens herangewagt: das Atomkraftwerk (AKW) Fukushima-Daiichi. Der Umkreis von 20 Kilometern ist menschenleer, Sperrzone. Die Anwohner wurden nach dem verheerenden Tsunami am 11. März 2011 sofort evakuiert, konnten ihre Toten also weder suchen noch beerdigen, wie Boos berichtet. Nur ein örtliches Altersheim ist noch mit Leben erfüllt. "Man wollte diese hochbetagten Menschen nicht mehr entwurzeln", erklärt die Journalistin.

Wenn Boos von Strahlenwerten, verseuchter Nahrung, und schlecht ausgerüsteten AKW-Arbeitern erzählt, verliert die sonst so souveräne Journalistin ein wenig ihre Fassung. "In Europa gilt eine Strahlenbelastung von einem Millisievert pro Jahr als Grenzwert für die Bevölkerung", so Boos. In Fukushima dagegen habe man diesen Wert schnell auf 20 Millisievert erhöht. Liegt ein Gebiet darüber, wird zwangsevakuiert. Zum Vergleich: In Tschernobyl galten 3,5 Millisievert.

"Es geht nur zweitrangig um die Gesundheit der Menschen", stellt die Schweizerin klar. Wer zwangsevakuiert wird, bekommt eine Entschädigung und fällt als potenzielle AKW-Arbeitskraft vor Ort weg. Also werden Strahlenwerte manipuliert, wo es nur geht. "Würden Grenzen wie in Europa gelten, müsste man zwei? Millionen Menschen evakuierten", erklärt Boos. So sind es gerade einmal 70?000.

Bei Fischen aus dem betroffenen Küstenstreifen wurden Belastungen von 14?000 bis 15?000 Becquerel gemessen. Grenzwertig seien hier 5000 Becquerel, so die Journalistin. Im AKW Fukushima-Daiichi setzen sich schlecht ausgerüstete und kaum eingewiesene Arbeiter täglich einer lebensgefährlichen Strahlenbelastung aus. Keiner weiß genau, wie es momentan im Inneren der defekten Reaktoren aussieht. Hier herrschen Strahlenwerte von rund 70 Sievert. Boos ergänzt trocken: "Bei zehn Sievert fällt man tot um."

Die Verwaltung setze nun auf sogenanntes Dekontaminieren. Dächer und Häuser werden mit Wasser abgestrahlt, die oberste Schicht von Wiesen muss man abtragen, in Plastikplanen einwickeln und vergraben. "Höchstens 60 oder 70 Prozent der Nuclide werden so entfernt", klärt die Journalistin auf, "doch die Leute haben das Bedürfnis, etwas zu tun". Es herrscht pure Hilflosigkeit.

Boos hat sich daraufhin der Frage gestellt: Sähe die Lage nach einem Super-GAU an der deutsch-schweizerischen Grenze anders aus? Zahlreiche Gespräche mit Verantwortlichen, die nach einem Reaktorunglück die Evakuierungen leiten müssten, forderten schnell dieselbe geballte Hilflosigkeit wie in Japan zu Tage. Trockenes Resüme eines Zuhörers: "Wir leben auf einem Pulverfass, wenn hier was passiert, ist Sense."

Von Kathrin Kammerer



 
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